Monatsarchiv: September 2008

LuFu – Kontrolle

Neulich war ich mal wieder zur vierteljählichen Kontrolle beim Lungenfacharzt. Alles Prima die Lungenfunktion war gut. Aber mir geht es im Moment auch gut. Man merkt ja meistens selber schon wenn alles ok ist. Mein Peakflow liegt zur Zeit immer um 300, trotzdem nehme ich weiter in der hohen Dosierung mein Symbicort 320. Daran will ich im Moment nichts ändern, weil es einfach sehr schön ist, wenn man mal kein Notfallspray benötigt. Ich hoffe auch, dass es noch eine Weile so gut bleibt. Hauptsache keine Erkältung!

Demo Berlin „Der Deckel muß weg“

Diesmal geht es nicht um Allergien, sondern um meinen Beruf. Mein Beruf ist für mich sehr wichtig. Ich bin Krankenschwester mit Leib und Seele.

Vielen Krankenhäusern geht es finanziel nicht gut. Und das merken wir als Pflegepersonal sehr stark. Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld. Gibt es schon lange nicht mehr. Aber das ist Nebensache. Im Großen geht es um zu wenig Personal und um zu wenig Zeit für die Patienten. Patienten können wir alle mal werden und nichts ist schlimmer wie gestresstes Personal. Man ist krank und wünscht sich mal ein nettes Wort und eine gute Pflege, aber es ist keine Zeit dafür. Für mich ist es zusätzlich schlimm, dass keine Zeit für die Ausbildung der Schüler da ist, denn sie sind die Zukunft der Pflege.

Wir werden alle mal alt und evtl. auch krank. Die Politiker machen sich darüber keine gesteigerten Gedanken. Die sind schließlich privat versichert. Sie kennen die Probleme des kleinen Menschen nicht. Sie liegen auf der Privatstation, da wo genug Personal ist und da fällt auch der Putz nicht von der Decke.

Aber nun zum eigentlichen Thema: Verdi, der DBfK , Marburger Bund, Bundeärztekammer, deutsche Krankenhaus Gesellschaft und noch viele mehr haben die Demo in Berlin organisiert. Und sie haben es total gut organisiert!!!

Mein Tag fing um 4.15 Uhr an, der Bus fuhr in dem Ort wo ich arbeite um halb sechs los. Wir wurden gut versorgt mit Essen und Getränken und alles was man so braucht. Die Fahrt wurde von meinem Arbeitgeber gesponsert und auch die Stunden wurden gutgeschrieben. Im Bus gab es dann erste Anweisungen zum Ablauf. Jeder Bus hatte eine farbliche Nummer. Gelbe Nummer Sternmarsch zum Brandenburger Tor vom Kapelleufer, blaue Nummer vom Wittenbergplatz ,rote Nummer vom Alexanderplatz und grüne Nummer gleich zum Veranstaltungsort, der  Straße des 17. Juni. Wir hatten eine grüne Nummer, waren zeitig in Berlin und haben trotzdem am Sternmarsch teilgenommen. Es war ein so tolles Erlebnis und wir sind losmarschiert mit Trillerpfeifen, Fahnen und Bannern. Es war alles sehr friedlich, aber sehr laut und sogar lustig. Wir sind laut und wir sind hier, besonders laut waren wir vorm Kanzleramt.

Die Straße des 17. Juni war voll. Wir standen in der Mitte und konnten super über die Leinwand alles verfolgen. Die Reden waren super. Einige kann man auf der Verdi Seite lesen dort stehen sie Wort für Wort noch einmal „abgedruckt“. Wir waren 120.000 Leute und ich bin stolz dabei gewesen zu sein. Die Parole aller war „der Deckel muß weg“.

Ich weiß nicht, ob diese Aktion etwas gebracht haben wird, aber vielleicht haben wir wenigstens ein Wenig erreicht und vielleicht auch manche Menschen und Politiker wachgerüttelt.  Es hat sich von den Politikern keiner getraut sich blicken zu lassen. Schon schade reden können sie alle, handeln tut leider keiner.

Ich war dann um 21.20 Uhr müde und K.O wieder zu Hauseangekommen, mit schmerzenden Füßen, aber glücklich!

Heute einen Tag später muß ich leider feststellen das in den geschriebenen Medien kaum ein Wort darüber berichtet wird. Jedenfalls nicht wirklich viel, z.B. beim SHZ. Das macht mich traurig.

Natürlich habe ich aber auch ein paar Bilder gemacht. Einige von Euch, mögen diese schon kennen, wenn sie mir auf Twitter folgen, bzw. meinem Mann vom penzweb.de. Schaut sie Euch an:

Vorm Kanzleramt

Vorm Kanzleramt

Der Deckel muß weg!

Der Deckel muß weg!

Sternmarsch ind Berlin

Sternmarsch in Berlin

Asthma-Anfall: Schulungen für den Notfall

SantaBarbara_08_5.JPGCreative Commons License photo credit: Tammy Manet

leichte Brise

Ich habe viele Vorträge und Schulungen über Asthma und Allergien besucht. Einige fanden während Krankenhausaufenthalten oder Rehaklinikaufhalten statt und hatten immer eines gemeinsam: bei allen Schulungen habe ich immer etwas mitgenommen und umgesetzt.

Vor einem Jahr hat mein Lungenfacharzt mich zum „Desease Managment“ angemeldet. Ich habe einen ganzen Nachmittag und einen Samstagnachmittag in der Praxis verbracht und wieder viel dazu gelernt. Über das eigene Verhalten in Notsituationen und auch in normalen Alltagssituationen. Es wurde ein Notfallplan erstellt, den ich mir mittlerweile eingeprägt habe.

Man sollte täglich morgens und abends seine PEAK FLOW Messung machen. An Tagen, an denen es mir nicht gut geht mache ich auch mittags eine Messung. Da man einen eine normale Tagesmedikation hat und eine Notfallmedizin, richtet sich der Notfallplan nach diesen Medikamenten. Ich nehme täglich Symbicort 2×2 Hub und im Notfall oder als Prophylaxe ( z.B. vorm Nordic Walken )  mein Berodualspray. Sollte mein Peak Flow unter einen bestimmten Wert sinken und ich z.B stark erkältet bin steigere ich meine Tagesmedikation auf 3×2 Hub. Sollte es trotzdem nicht besser werden wird auf 4×2 gesteigert. Danach muß ich dann leider auf Cortison zurück greifen.

Dieser Plan wurde von meinem Lungenfacharzt erstellt und so verordnet. Sollte man aufs Cortison zurückgreifen, dann muß man seinen behandelnden Doktor darüber informieren. Ich hole mir dann meistens einen Kontrolltermin.

So und so gehe ich jedes Quartal zur Kontrolle und zur Lungenfunktion. Seitdem ich regelmäßig mich selbst kontroliere und auch meine Männer darüber informiert sind, was im Notfall passieren muß, geht es mir besser und ich fühle mich deutlich sicherer. Bei akuter“Luftnot“ sollte man –  auch wenn es schwer fällt –  zunächst einmal Ruhebewahren. Notfallmedikation nehmen und das Spray nach einer kurzen Zeit nochmal benutzen. Man sollte sich fest an den Plan halten. Auch eine Peakflow Kontrolle ist hier angebracht. Wichtig ist, genau zu dokumentieren, was man macht und welche Daten sich ergeben. Hilft das alles nicht, muß man den Notarzt rufen. Vorteilhaft ist dann, wenn man die Dokuentation vorlegen kann. Das hilft dem Nozarzt ungemein.

Mein Tipp daher:  Sprecht mit euern Ärzten über diese Schulungen und kontaktiert auch ruhig proaktiv eure Krankenversicherung, ob es nicht eine entsprechende Schulung oder ein von der Kasse bzw. Versicherung   gestütztes Programm gibt. Also besucht Schulungen und setzt euch mit der Krankheit auseinander. Macht euch schlau! Das gibt Euch Sicherheit im Umgang mit dem Asthma.

Berufswahl mit Allergien und Asthma

Für mich war schon sehr früh klar, was ich mal werden wollte. Ich bin schon als kleines Mädchen mit Schürze, Doktortasche, Stethoskop, Spritze und Haube um den Tannenbaum gerannt. Als mein Bruder Krankenpfleger wurde war mir dann vollends klar: Ich werde Krankenschwester. Seine Bücher waren auch mein Lesestoff.

Meine Mittlere Reife habe ich 1985 gemacht. Leider wollten mich die Krankenhäuser in Schleswig-Holstein nicht und so bin ich nach Bayern, eher gesagt nach Unterfranken in die Stadt Schweinfurt gegangen. Ich als norddeutsches Landei bin dann nach Schweinfurt ins St. Josefs Krankenhaus. Ein sehr katholisches Haus, aber es war eine spannende Zeit.

Die ersten zwei Jahre ging zunächst auch alles gut. Doch dann fingen meine Probleme das erste mal an: Meine Hände gingen kaputt ich hatte überall offene Stellen. Damals bekam ich von einem Doktor eine Homöpathische Salbe und das Problem war schnell behoben. Ich hatte dann lange Zeit Ruhe. Ich habe mein Examen gemacht und bin dann ganz schnell wieder in den hohen Norden zurückgekehrt. Seit 1989 bin ich jetzt in dem Haus beschäftigt in dem ich immer noch arbeite. Es handelt sich um ein großes Gesundheits- und Touristikzentrum an der Ostsee (ich verlinke an dieser Stelle einmal nicht). Meine Hände blieben heil.

Dann bin ich 1998 für ein Jahr im Erziehungsurlaub gewesen und danach wurde es sehr schlimm mit meinen Händen. Ich vermute das sich durch die Schwangerschaft und Geburt in meinem Körper sich irgendwas verändert hat. Auf der Station, wo ich dann gearbeitet habe, war zwar immer mal ein Finger kaput, aber  dann habe ich halt überwiegend die Büroarbeit gemacht.

Dann wurde irgendwann aufgrund von Reorganisations-Maßnahmen unsere Station geschlossen.  So landete ich auf einer OP-Station, wo viele OPs liefen und wir viel am Patienten arbeiteten. Meine Hände wurden wund und ich hatte offene Stellen. Die Fingernägel verschwanden oder brachen. Ich mochte niemandem mehr zur Begrüßung die Hand geben.

Irgendwann bekam ich einen Tipp: Mir gab man den Namen eines neuen Hautarztes. Nichts wie hin und er testete mich auf die Produkte die wir bei der täglichen Arbeit benutzen. Nach dem Test sagte mein neuer Hautarzt: „Oh man sie haben den falschen Beruf gewählt!“

Er meldete die Hauterkrankung an die BGW Hamburg. Die BGW übernahm ab sofort die Kosten für die Behandlung. Ich wurde von der BGW zu einer Schulung nach Berlin ins Schuberz geschickt. Die Schulung dauerte 2 Tage, die Kosten wurden komplett übernommen. Ich habe auf der Schulung unendlich viel gelernt, aber geholfen hat es leider nicht. Meine Hände heilten nicht ab. Es half alles nicht, ich im Rahmen einer Akuteinweisung quasi von heute auf morgen in die Asklepios Klinik auf Sylt und wurde dort 3 Wochen behandelt.

Hochdosiertes Cortison auf die Hände für 3 Nächte. Und ein Wunder geschah meine Hände heilten ab. Ich bekam auch Bestrahlungen und Bäder. Es war toll. Es war ein neues Gefühl heile Hände zu haben. Seit dem hat der Spruch:“ etwas geht leicht von der Hand“ eine neue Bedeutung. Als meine Familie mich auf der Insel besuchen kam, konnte ich seit langer Zeit meine Sohn endlich wieder an die Hand nehmen! Mein Mann war erstaunt wie nie! Doch leider hielt es nicht sehr lange an, meine Hände sind immer wieder kaputt gegangen.

Mein Hautarzt hat leider irgendwann Deutschland verlassen und ist ausgewandert, WEGEN DER GESUNDHEITSREFORM. Ich kann nur jedem Allergiker und Asthmatiker dazu raten, sprecht mit euren behandelnden Ärzten über eure anstehende Berufswahl und lasst euch z.B. gegen Desinfektionsmittel testen. Es bringt keinen Spaß offene Hände zu haben und deswegen auch mal krankgeschrieben zu werden. Solltet ihr trotzdem den gewünschten Beruf erlernen und es treten dann doch Hautprobleme oder Atemwegsprobleme auf, wendet euch umgehend an die Ärzte und meldet es an die zuständige Berufsgenossenschaft. Man hat dadurch nur Vorteile.

Aktuell habe ich über meine neue Hautärztin, eine erneute Meldung an die BGW geben lassen. Ich hoffe, daß ich auch diesmal wieder mit UNterstützung von dort rechnen kann.

Können Asthmatiker Sport treiben?

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Schwimmen und Sport bei Asthma

Ich kenne viele Kinder mit Asthma die vom Sport befreit sind. Ich persönlich halte da gar nichts davon. Wie ich ein Schulkind war konnte ich oft am Schulsport nicht teilnehmen. Ich konnte nie die zwei Runden um den Sportplatz laufen und war nie so schnell wie die anderen. Das hatte zur Folge das ich immer die Letzte war die gewählt wurde, wenn es darum ging Mannschaften zu bestimmen. Aber in einer Sache konnte mir keiner etwas vormachen und das war im Schwimmen.

Mein Lungenfacharzt hatte meinen Eltern gesagt, gehen sie mit dem Kind schwimmen. 1976 habe ich im TSV Schleswig angfangen. Ich wurde Leistungsschwimmerin und war fast jeden Tag in der Schwimmhalle in Schleswig. Da war ich nicht die“ Kranke“, da war ich Frauke. Meine Trainer wußten alle Bescheid und auch meine Schwimmkollegen. Jeder wußte wo meine Tasche war und wo meine Sprays zu finden sind.

Nur wenn es um Wettkämpfe ging, mußte meine Mutter mit. Sie dachte sich: oh nein in der Halle sitzen und nur warten? Nee, das war nicht ihr Ding. Viel zu Langweilig. So wurde sie kurzerhand zur Kampfrichterin. Das fand ich immer doof, weil Muttern dabei war. Aber es half nichts. Im Schwimmen war ich gut, wurde Kreismeisterin und Vereinsmeisterin und habe viele Wettkämpfe mitgeschwommen.

Nun brauchte man  wenn man in einem Verein mitmacht und auch an Wettkämpfen teilnimmt eine Bescheinigung vom Sportarzt. Das erwies sich immer als schwierig, da die Sportärzte mir damals keine Bescheinigung ausstellen wollten. Aber ich hatte ja den tollen Dr. J. Der stellte die wichtige Bescheinigung aus und ich konnte weiter schwimmen.

Meine Schwimmzeit war eine tolle Zeit, die mich zudem gemacht hat was ich heute bin. Noch heute gehe ich regelmäßig schwimmen. Denn da habe ich am wenigsten Probleme. Vorher einmal prophylaktisch inhalieren und los gehts. So kann man jede Sportart machen. Man muß halt auf die Atmung achten und sein eigenes Tempo machen. Man denke nur an die Schwimmerin Sandra Völker, die trotz ihres Asthmas sehr erfolgreich war und sogar bei Olympischen Spielen gestartet ist.

Sehr viel Spaß habe ich besonders beim Langstreckenschwimmen, wie z.B. dem alljährlichen Müritzschwimmen. Das ist zwar anstrengend, aber man fühlt sich danach richtig toll.  Leider ist die Datenbank der Schwimmergebnisse aus den letzten Jahren nicht verfügbar, sonst könntet ihr meine Zeiten dort einsehen. Ich habe für die knapp 2 Kilometer lange Strecke immer so zwischen 46 und 50 Minuten benötigt.

Wichtig dabei ist :KEIN WASSER SCHLUCKEN! Da kann man schnell eine Lungenentzündung bekommen und die ist für einen Asthmatiker nicht wirklich von Vorteil.

Also Mütter und Väter schickt eure Kinder schwimmen. Glücklicherweise ist mein Sohn gesund, Er zeigt keinerlei Anzeichen für Asthma oder Allergien. Trotzallem geht er regelmäßig zum Schwimmen. Er will zwar kein Leistungsschwimmer werden, aber sein Wunsch ist Rettungsschwimmer zu werden. Er ist auf dem besten Weg dahin. Mittlerweile ist er beim DLRG SChleswig und macht seinen Juniorretter.