Berufswahl mit Allergien und Asthma

Für mich war schon sehr früh klar, was ich mal werden wollte. Ich bin schon als kleines Mädchen mit Schürze, Doktortasche, Stethoskop, Spritze und Haube um den Tannenbaum gerannt. Als mein Bruder Krankenpfleger wurde war mir dann vollends klar: Ich werde Krankenschwester. Seine Bücher waren auch mein Lesestoff.

Meine Mittlere Reife habe ich 1985 gemacht. Leider wollten mich die Krankenhäuser in Schleswig-Holstein nicht und so bin ich nach Bayern, eher gesagt nach Unterfranken in die Stadt Schweinfurt gegangen. Ich als norddeutsches Landei bin dann nach Schweinfurt ins St. Josefs Krankenhaus. Ein sehr katholisches Haus, aber es war eine spannende Zeit.

Die ersten zwei Jahre ging zunächst auch alles gut. Doch dann fingen meine Probleme das erste mal an: Meine Hände gingen kaputt ich hatte überall offene Stellen. Damals bekam ich von einem Doktor eine Homöpathische Salbe und das Problem war schnell behoben. Ich hatte dann lange Zeit Ruhe. Ich habe mein Examen gemacht und bin dann ganz schnell wieder in den hohen Norden zurückgekehrt. Seit 1989 bin ich jetzt in dem Haus beschäftigt in dem ich immer noch arbeite. Es handelt sich um ein großes Gesundheits- und Touristikzentrum an der Ostsee (ich verlinke an dieser Stelle einmal nicht). Meine Hände blieben heil.

Dann bin ich 1998 für ein Jahr im Erziehungsurlaub gewesen und danach wurde es sehr schlimm mit meinen Händen. Ich vermute das sich durch die Schwangerschaft und Geburt in meinem Körper sich irgendwas verändert hat. Auf der Station, wo ich dann gearbeitet habe, war zwar immer mal ein Finger kaput, aber  dann habe ich halt überwiegend die Büroarbeit gemacht.

Dann wurde irgendwann aufgrund von Reorganisations-Maßnahmen unsere Station geschlossen.  So landete ich auf einer OP-Station, wo viele OPs liefen und wir viel am Patienten arbeiteten. Meine Hände wurden wund und ich hatte offene Stellen. Die Fingernägel verschwanden oder brachen. Ich mochte niemandem mehr zur Begrüßung die Hand geben.

Irgendwann bekam ich einen Tipp: Mir gab man den Namen eines neuen Hautarztes. Nichts wie hin und er testete mich auf die Produkte die wir bei der täglichen Arbeit benutzen. Nach dem Test sagte mein neuer Hautarzt: “Oh man sie haben den falschen Beruf gewählt!”

Er meldete die Hauterkrankung an die BGW Hamburg. Die BGW übernahm ab sofort die Kosten für die Behandlung. Ich wurde von der BGW zu einer Schulung nach Berlin ins Schuberz geschickt. Die Schulung dauerte 2 Tage, die Kosten wurden komplett übernommen. Ich habe auf der Schulung unendlich viel gelernt, aber geholfen hat es leider nicht. Meine Hände heilten nicht ab. Es half alles nicht, ich im Rahmen einer Akuteinweisung quasi von heute auf morgen in die Asklepios Klinik auf Sylt und wurde dort 3 Wochen behandelt.

Hochdosiertes Cortison auf die Hände für 3 Nächte. Und ein Wunder geschah meine Hände heilten ab. Ich bekam auch Bestrahlungen und Bäder. Es war toll. Es war ein neues Gefühl heile Hände zu haben. Seit dem hat der Spruch:” etwas geht leicht von der Hand” eine neue Bedeutung. Als meine Familie mich auf der Insel besuchen kam, konnte ich seit langer Zeit meine Sohn endlich wieder an die Hand nehmen! Mein Mann war erstaunt wie nie! Doch leider hielt es nicht sehr lange an, meine Hände sind immer wieder kaputt gegangen.

Mein Hautarzt hat leider irgendwann Deutschland verlassen und ist ausgewandert, WEGEN DER GESUNDHEITSREFORM. Ich kann nur jedem Allergiker und Asthmatiker dazu raten, sprecht mit euren behandelnden Ärzten über eure anstehende Berufswahl und lasst euch z.B. gegen Desinfektionsmittel testen. Es bringt keinen Spaß offene Hände zu haben und deswegen auch mal krankgeschrieben zu werden. Solltet ihr trotzdem den gewünschten Beruf erlernen und es treten dann doch Hautprobleme oder Atemwegsprobleme auf, wendet euch umgehend an die Ärzte und meldet es an die zuständige Berufsgenossenschaft. Man hat dadurch nur Vorteile.

Aktuell habe ich über meine neue Hautärztin, eine erneute Meldung an die BGW geben lassen. Ich hoffe, daß ich auch diesmal wieder mit UNterstützung von dort rechnen kann.

Ein Kommentar

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  1. [...] ihre Patienten bekommen, dass eine angemessene Behandlung fast ausgeschlossen ist. Demnach bekommen Dermatologen gerade einmal 17, 10 € pro Quartal. Das heißt im Monat gerade mal 5, 70 € pro [...]

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