Rente mit 67

Letztens bekam ich Post vom Verband Deutscher Rentenversicherungsträger, darin stand das Datum meines Renteneintritts. Das Jahr ist 2034 und da bin ich 67 Jahre alt. Also ganz schön alt. In meiner Berufszeit habe ich nur wenige Kollegen gesehen, die bis zum Rentenalter durchgehalten haben und die sind bereits mit 60 oder 63 Jahren in Rente gegangen.

Daraufhin habe ich mal ein bisschen rum gesponnen: ich habe mir vorgestellt, wie es ist, wenn ich mit 67 Jahren über Station schleiche. Nun stellt euch mal vor ihr seit 30 Jahre alt und da kommt eine Krankenschwester auf euch zu, die euch die Schuhe zubinden will. Sie ist kurz vor der Rente und schon ziemlich mitgenommen. Ganz schlecht kommt sie zu euren Füßen nach unten, um euch die Schuhe zu zubinden und das Hochkommen fällt ihr extrem schwer. Eigentlich will man der Schwester, bei aufstehen helfen und das als Patient! Das ist jetzt an sich eine Aufgabe, die nicht schwer ist und auch nicht lebensnotwendig. aber stellt euch mal die Extremsituation vor, ein Herzstillstand und die alte Schwester hat Dienst mit 2 Kollegen. Die beiden Kollegen sind gerade eine OP abholen und so ist die „alte“ Schwester allein. Sie „rennt“ über Station um den Notfallkoffer zu holen. Überlegt mal, wie eine 67 jährige Person läuft. Es würden wertvolle Minuten verloren gehen.  Also irgendiwe eine ganze blöde Situation, aber die Regierung will das ja so.

Manchmal sehe ich mich mit dem Rollator über Station wackeln. Vorne in meinem Körbchen habe ich ein paar Spritzen liegen und mein Desinfektionszeug. Auf der Ablageplatte liegen die Kurvenblätter und dann komm ich ins Zimmer zum Verband wechseln. Ganz schön paradox, oder?

Es gibt noch einige Berufsgruppen, wo ich fest der Meinung bin, das das Rentenalter viel zu hoch angesetzt ist.

Die Politiker, die das entschieden haben, können selbst viel früher in Pension gehen, obwohl ich der Meinung bin, dass  die auch bis  70 arbeiten können. Aber die Vorstellung ist auch nicht gut, da ich einige Politiker, die um  die 30 sind auch schon nicht mehr ertragen kann.

Vielleicht sollten die Damen und Herren Politiker mal überlegen, einige Berufsgruppen differenzierter zu betrachten. Eine Anpassung des Renteneintrittsalters nach unten ist in einigen Berufen sicherlich angebracht.

Schichtdienst, Streik und Freizeit

Schichtdienst, das bedeutet man geht arbeiten, wenn andere Menschen frei haben oder Feierabend. Oft sehen die anderen Menschen nur das man mal wieder frei hat, leider sieht niemand das man jedes zweite Wochenende Dienst hat. Schichtdienst ist schlecht bezahlt und absolut Beziehungs- und Familienfeindlich.

Schichtdienst bedeutet man geht an Feiertagen, am Wochenende arbeiten und oft auch nachts. In wenigen Berufen muss man einspringen, wenn jemand krank ist.  Plötzlich hat man nicht nur zwei Nächte sondern vier. Der Urlaub wird kurzer Hand gestrichen. Natürlich kann man auch Nein sagen, aber das tut man seinen Kollegen selten an, denn auch  auch die Kollegen sind schon am Limit ihrer Kraft.

Wenn ich dann lese, dass die Kirche den Sonntag als arbeitsfrei wünscht, frage ich mich, wie das wohl gehen soll. Klar muss man am Sonntag nicht unbedingt einkaufen gehen, aber wo bleibt da die Gerechtigkeit. Natürlich habe ich gewusst als ich den Beruf als Krankenschwester erlernt habe, dass ich am Wochenende arbeiten muss und auch an Feiertagen. Aber manchmal ist ein Punkt erreicht und da nervt es einfach. Bei mir ist er zu Zeit erreicht nach 26 Jahren im Schichtdienst.

Wenn ich Pech habe mit meinem Dienst kann es passieren, dass ich meinen Sohn 1,5 Tage nur schlafend antreffe. Wenn ich frei habe sitzt er in der Schule. Wenn ich zum Dienst gehe, ist er noch in der Schule, wenn ich dann nach dem Spätdienst nach Hause komme schläft er und wenn ich zum Frühdienst gehe, dann schläft er noch. Beim Nachtdienst trifft es dann meinen Mann: wenn ich nach Hause komme, geht er zur Arbeit und wenn er wiederkommt, fahre ich zum Dienst. Solche Schichten stellen eine Beziehung auf eine harte Probe und das geht nur, wenn man sich wirklich sehr gut versteht und liebt. Danke an meinen Mann und meinen Sohn, dass sie es schon so lange mitmachen!

Wenn ich jetzt sehe, dass die Bahnmitarbeiter streiken, kann ich sie gut verstehen und erkläre mich absolut solidarisch. Jeder der nicht im Schichtdienst arbeitet wird es nicht verstehen. Auch die Lokführer arbeiten nachts,  am Wochenende und auch an Feiertagen und auch sie werden schlecht bezahlt. Und bevor jetzt jemand meckert: die Bahnstreiks treffen uns auch persönlich. Ich kann auch die Müllabfuhr,  die Busfahrer und andere Berufe, die im öffentlichen Dienst arbeiten verstehen, wenn sie streiken. Natürlich geht es ihnen um eine bessere Bezahlung. So toll sind die Gehälter für diese Berufsgruppen nicht und sie müssen hart für ihr Geld arbeiten. Zudem arbeiten sie/wir zu Zeiten, an denen andere Menschen auf dem Sofa sitzen oder im Bett liegen und schlafen.

Denkt mal drüber nach. Und wenn ihr seht, dass ich „schon wieder“ frei habe, macht Euch bewusst, das meine Wochenende im Dienst auf Station stattfindet, oder zu Zeiten, an denen ihr eure Freizeit mit Familie oder Freunden genießt.

3 Jahre Arbeiten

Im Jahr  2007 war ich in Mölln in der Reha-Klinik. Vorher war ich 13 Monate krank und bekam Krankengeld.  Man wird davon nicht reich, aber ich habe wenigstens etwas Geld bekommen. Für die Reha-Maßnahme selbst mußte ich ziemlich hart  kämpfen. Immer wieder wurde sie abgelehnt, da ich ja erst im März 2006 aufgrund einer anderen Sache zur Reha gewesen bin.  Wenigstens hatte ich jetzt endlich einen sehr guten Gutachter der die Reha absolut befürwortete. Nach dem Gutachten ging es dann ganz schnell und ich bekam den Reha Termin. Also packte ich meine Sachen und zog los. Die Reha war genehmigt, drei Wochen.

In der Klinik Hellbachtal in Mölln, sagte mir der Doc gleich zu Beginn, dass drei Wochen viel zu wenig sind.  Fünf Wochen sollte ich minimal einplanen. Mir war es egal, ich war zwar geschockt, aber schließlich brauchte ich Hilfe. Sohn und Mann waren ebenfalls etwas geschockt, aber sie konnten mich ja besuchen.

Der Reha-Aufenthalt war echt Klasse. Ich fühlte mich gut und war wieder gerade vor. Leider sahen die Ärzte es anders und entließen mich als arbeitsunfähig. Ich bestand aber auf einen Arbeitsversuch. Ich könne das gern probieren, aber die Ärzte befürworteten es nicht. So schickte ich den Antrag auf Arbeitsversuch los. Das erste was passierte war, dass  er von meinem Arbeitgeber abgelehnt wurde. Nach kurzem Hin und Her durfte ich dann wieder als Krankenschwester arbeiten. Ich kam auf eine neue Station, da meine alte Stelle besetzt war, (darüber war ich allerdings auch nicht ganz so traurig.)

Aus dem Arbeitsversuch der für vier Wochen angesetzt war, wurden schnell sechs Wochen. Erst vier Stunden, dann sechs Stunden. Nebenbei machte ich auch noch eine Intensivierte Rehanachsorge, auch Irena genannt. Die Zeit war extrem anstrengend aber ich habe durchgehalten und arbeite immer noch auf dieser Station. Meine Arbeit macht mir großen Spaß, auch wenn ich manchmal auf Twitter panisch nach Hilfe rufe und im Eifer des Gefechtes, am liebsten wegrennen möchte 😉

Leider bin ich aber immer noch sehr anfällig, was Knochen und Gelenke betrifft. Seit der Reha gehe ich fast regelmässig 1-2mal in der Woche zur Krankengymnastik und zum Rehasport. Gesund werde ich nie wieder werden, aber jeden Tag, den ich arbeiten kann, geniesse ich sehr. Wenn ich mal krank bin, bin ich immer extrem schlecht drauf. Ich bin froh, dass ich immer noch in meinem Job als Krankenschwester arbeiten kann. Die 3 Jahresfrist wegen einer Erkrankung endet Anfang Juli und dann köpfe ich eine Flasche Sekt.

20 jähriges Dienstjubiläum

Vor ein paar Tagen, schrieb ich noch zum 20 järigen Bestehen meines Examens. Heute am 1.10.2009 habe ich 20 jähriges Dienstjubiläum. Ich bin seit 20 Jahren in der selben Klinik tätig. Seit 20 Jahren bin ich dort Krankenschwester. Eine lange Zeit mit vielen Hochs und vielen Tiefs.  Mit einer katastrophalen Gesundheitspoltik, die im Laufe der Zeit immer schlimmer wurde. Mit Überstunden und auch Zeiten, wo nichts los war. Mit vielen Tränen vor Lachen und vor Wut und Trauer. Aber es war und ist immer noch mein Traumberuf, ich möchte nichts anderes machen. Auch wenn es körperlich oft an die Substanz geht.

20 Jahre Examen

Dieses Jahr haben wir ja schon viele Sachen gefeiert. Eine tolle goldene Hochzeit und eine tolle Hochzeit. Leider sind auch traurige Dinge passiert.

Jetzt ist für mich ein besondere Zeit: Vor 20 Jahren habe ich mein Examen gemacht. In der Pflege arbeite ich seit 1985. Erst habe ich ein Praktikum in einem Taubstummen- und Gehörlosenheim gemacht. Da habe ich schon sehr viel gelernt. Vorallem für mich; vom Kochen übers Bügeln zum Putzen. Dann bin ich noch für kurze Zeit auf einem Bauernhof tätig gewesen und war schließlich noch in den USA.

1986 habe ich dann meine Lehre angefangen, ich habe in Schweinfurt bis 1989 in einem katholischen Haus gelernt. Da habe ich am 20.09.1989 mein Examen gemacht.

Es war hart in Schweinfurt, aber auch sehr schön. Besonders verdammt hart ist es, als 19jähriges Mädchen 650km von zu Hause weg zu sein. Ich hatte furchtbares Heimweh.

Vorallem die Nonnen habe mir, als evangelisch erzogenes Mädchen, das Leben schwer gemacht. Es fing schon an, wenn ich nach meinem Namen gefragt wurde. Ich heisse ja Frauke ein typisch nordischer Name, den da unten keine von den Nonnen kannte. Ich wurde jedes mal angeschrien, wir wollen deinen Vornamen wissen, nicht deinen Nachnamen. Da stand ich dann da und kam mir ganz fürchterlich unverstanden vor. Meistens kam danach die Frage nach meinem Nachnamen, damals hieß ich noch Thomsen. Da kamen dann die nächsten dummen Fragen. War nicht so einfach, aber ich habe dadurch an Stärke und Selbstbewusstsein gewonnen. Zusätzlich hat damals niemand geglaubt, dass ich meine Lehre schaffen, aber ich habe allen getrotzt.

In der Lehrzeit habe ich viel erlebt. Wir, als Klasse haben einiges unternommen. Wir waren auf Studienfahrten in München, waren  auf dem Ciciams Kongress und auch nach Oberginsbach haben wir unsere Studienfahrt gemacht. In Salzburg waren wir zu einer Tagung. Da habe ich das erste Mal die richtige Berge gesehen, was für meine Kollegen nun etwas Besonderes war, weil der olle Fischkopp sich so über das Panorama freute.Viele Krankenhäuser haben wir besichtigt. In sehr guter Erinnerung ist mir das Verbrennungszentrum in Bogenhausen geblieben.

Viele liebe Menschen habe ich kennengelernt und mit einigen bin ich heute noch befreundet.

Am 24.Oktober dieses Jahres treffen wir uns alle zum Feiern in Schweinfurt. Darauf freu ich mich schon sehr und ganz besonders auf die Mädels.

Zusatz zum Artikel Protopic Segen oder Fluch

Ich habe ja vor einiger Zeit über Protopic geschrieben. Ich habe die Salbe wie beschrieben benutzt und auch die Anwendungsform wie verordnet gemacht. Die Stellen auf den Hände sind sehr schnell verheilt, aber es hielt nur für eine kurze Zeit an. Danach kamen immer wieder kleine Läsionen dazu, die aber mit Protopic immer wieder sehr schnell abheilten.

Es ist also bis jetzt auch mit der Salbe nicht zu einer dauerhaften Heilung gekommen. Schade!

Das Cortison, welches ich letztens nehmen mußte, hat leider auch nur zeitlich begrenzt geholfen. Leider sind mittlerweile wieder ein paar Finger kaputt, also mit allen Mitteln nur immer begrenzte Heilung, was mich immer sehr  traurig macht und auch sehr stört. Ich werde mich also in Kürze dann doch mal in der Ambulanz des  BG Krankenhauses vorstellen müssen. Meine Hautärztin befürwortet dies ebenfalls.

Ich hoffe sehr, dass ich mich dann nicht wieder in eine Reha begeben muß. Ich brauche noch ein wenig Abstand von der Einkasernierung:

  • 2005 akute Behandlung auf Sylt
  • 2006 Rehabehandlung auf Sylt
  • 2007 dann wegen einer anderen Krankheit in Möllln in der Reha

Ich möchte dieses Jahr nicht schon wieder in die Reha gehen müssen…

Creative Commons License photo credit: kin lush

Aktive Mittagspause

Heute war es mal wieder so weit. Verdi und viele andere Berufsorganisationen haben zu einer kleinen Aktion aufgerufen. Diesmal kein großer Streik, sondern eine „Aktive Mittagspause!“ Um 12 Uhr wurde die Arbeit für eine halbe Stunde niedergelegt. Die Patientenversorgung war in der Zeit gewährleistet, weil einige Kollegen auf die Pause verzichtet haben. Das heißt auch keine zusätzlichen Kosten durch Personalausfall. Es geht mal wieder um die Aktion „Der Deckel muß weg“.  So wie es jetzt ist, darf es nicht weitergehen, immer mehr Personalabbau und immer weniger Geld für die Pflege.

Positiver Bescheid von der BGW

Ich habe heute Post bekommen und mich sehr gefreut.

Die Post war von der BGW. Sie enthielt eine Behandlungszusage für die Probleme meiner Haut an den Händen. Das bedeutet für mich, dass ich keine Praxis- und Rezeptgebühren mehr bezahlen muß. Auch mein Arbeitgeber wird mir weiterhin alle Dinge für meine Haut-/Handpflege besorgen und zur Verfügung stellen.

Der Behandlungsvertrag ist immer auf ein halbes Jahr befristet und ich muß alle 4 Wochen zur Kontrolle zu meiner Dermatologin. Ich freu mich unendlich über diesen positiven Bescheid. Zum einen werden natürlich die entstehenden Kosten übernommen, zum anderen Bedutet dies jedoch für mich auch eine wesentliche Bessere Versorgung und Unterstützung.

Demo Berlin „Der Deckel muß weg“

Diesmal geht es nicht um Allergien, sondern um meinen Beruf. Mein Beruf ist für mich sehr wichtig. Ich bin Krankenschwester mit Leib und Seele.

Vielen Krankenhäusern geht es finanziel nicht gut. Und das merken wir als Pflegepersonal sehr stark. Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld. Gibt es schon lange nicht mehr. Aber das ist Nebensache. Im Großen geht es um zu wenig Personal und um zu wenig Zeit für die Patienten. Patienten können wir alle mal werden und nichts ist schlimmer wie gestresstes Personal. Man ist krank und wünscht sich mal ein nettes Wort und eine gute Pflege, aber es ist keine Zeit dafür. Für mich ist es zusätzlich schlimm, dass keine Zeit für die Ausbildung der Schüler da ist, denn sie sind die Zukunft der Pflege.

Wir werden alle mal alt und evtl. auch krank. Die Politiker machen sich darüber keine gesteigerten Gedanken. Die sind schließlich privat versichert. Sie kennen die Probleme des kleinen Menschen nicht. Sie liegen auf der Privatstation, da wo genug Personal ist und da fällt auch der Putz nicht von der Decke.

Aber nun zum eigentlichen Thema: Verdi, der DBfK , Marburger Bund, Bundeärztekammer, deutsche Krankenhaus Gesellschaft und noch viele mehr haben die Demo in Berlin organisiert. Und sie haben es total gut organisiert!!!

Mein Tag fing um 4.15 Uhr an, der Bus fuhr in dem Ort wo ich arbeite um halb sechs los. Wir wurden gut versorgt mit Essen und Getränken und alles was man so braucht. Die Fahrt wurde von meinem Arbeitgeber gesponsert und auch die Stunden wurden gutgeschrieben. Im Bus gab es dann erste Anweisungen zum Ablauf. Jeder Bus hatte eine farbliche Nummer. Gelbe Nummer Sternmarsch zum Brandenburger Tor vom Kapelleufer, blaue Nummer vom Wittenbergplatz ,rote Nummer vom Alexanderplatz und grüne Nummer gleich zum Veranstaltungsort, der  Straße des 17. Juni. Wir hatten eine grüne Nummer, waren zeitig in Berlin und haben trotzdem am Sternmarsch teilgenommen. Es war ein so tolles Erlebnis und wir sind losmarschiert mit Trillerpfeifen, Fahnen und Bannern. Es war alles sehr friedlich, aber sehr laut und sogar lustig. Wir sind laut und wir sind hier, besonders laut waren wir vorm Kanzleramt.

Die Straße des 17. Juni war voll. Wir standen in der Mitte und konnten super über die Leinwand alles verfolgen. Die Reden waren super. Einige kann man auf der Verdi Seite lesen dort stehen sie Wort für Wort noch einmal „abgedruckt“. Wir waren 120.000 Leute und ich bin stolz dabei gewesen zu sein. Die Parole aller war „der Deckel muß weg“.

Ich weiß nicht, ob diese Aktion etwas gebracht haben wird, aber vielleicht haben wir wenigstens ein Wenig erreicht und vielleicht auch manche Menschen und Politiker wachgerüttelt.  Es hat sich von den Politikern keiner getraut sich blicken zu lassen. Schon schade reden können sie alle, handeln tut leider keiner.

Ich war dann um 21.20 Uhr müde und K.O wieder zu Hauseangekommen, mit schmerzenden Füßen, aber glücklich!

Heute einen Tag später muß ich leider feststellen das in den geschriebenen Medien kaum ein Wort darüber berichtet wird. Jedenfalls nicht wirklich viel, z.B. beim SHZ. Das macht mich traurig.

Natürlich habe ich aber auch ein paar Bilder gemacht. Einige von Euch, mögen diese schon kennen, wenn sie mir auf Twitter folgen, bzw. meinem Mann vom penzweb.de. Schaut sie Euch an:

Vorm Kanzleramt

Vorm Kanzleramt

Der Deckel muß weg!

Der Deckel muß weg!

Sternmarsch ind Berlin

Sternmarsch in Berlin

Berufswahl mit Allergien und Asthma

Für mich war schon sehr früh klar, was ich mal werden wollte. Ich bin schon als kleines Mädchen mit Schürze, Doktortasche, Stethoskop, Spritze und Haube um den Tannenbaum gerannt. Als mein Bruder Krankenpfleger wurde war mir dann vollends klar: Ich werde Krankenschwester. Seine Bücher waren auch mein Lesestoff.

Meine Mittlere Reife habe ich 1985 gemacht. Leider wollten mich die Krankenhäuser in Schleswig-Holstein nicht und so bin ich nach Bayern, eher gesagt nach Unterfranken in die Stadt Schweinfurt gegangen. Ich als norddeutsches Landei bin dann nach Schweinfurt ins St. Josefs Krankenhaus. Ein sehr katholisches Haus, aber es war eine spannende Zeit.

Die ersten zwei Jahre ging zunächst auch alles gut. Doch dann fingen meine Probleme das erste mal an: Meine Hände gingen kaputt ich hatte überall offene Stellen. Damals bekam ich von einem Doktor eine Homöpathische Salbe und das Problem war schnell behoben. Ich hatte dann lange Zeit Ruhe. Ich habe mein Examen gemacht und bin dann ganz schnell wieder in den hohen Norden zurückgekehrt. Seit 1989 bin ich jetzt in dem Haus beschäftigt in dem ich immer noch arbeite. Es handelt sich um ein großes Gesundheits- und Touristikzentrum an der Ostsee (ich verlinke an dieser Stelle einmal nicht). Meine Hände blieben heil.

Dann bin ich 1998 für ein Jahr im Erziehungsurlaub gewesen und danach wurde es sehr schlimm mit meinen Händen. Ich vermute das sich durch die Schwangerschaft und Geburt in meinem Körper sich irgendwas verändert hat. Auf der Station, wo ich dann gearbeitet habe, war zwar immer mal ein Finger kaput, aber  dann habe ich halt überwiegend die Büroarbeit gemacht.

Dann wurde irgendwann aufgrund von Reorganisations-Maßnahmen unsere Station geschlossen.  So landete ich auf einer OP-Station, wo viele OPs liefen und wir viel am Patienten arbeiteten. Meine Hände wurden wund und ich hatte offene Stellen. Die Fingernägel verschwanden oder brachen. Ich mochte niemandem mehr zur Begrüßung die Hand geben.

Irgendwann bekam ich einen Tipp: Mir gab man den Namen eines neuen Hautarztes. Nichts wie hin und er testete mich auf die Produkte die wir bei der täglichen Arbeit benutzen. Nach dem Test sagte mein neuer Hautarzt: „Oh man sie haben den falschen Beruf gewählt!“

Er meldete die Hauterkrankung an die BGW Hamburg. Die BGW übernahm ab sofort die Kosten für die Behandlung. Ich wurde von der BGW zu einer Schulung nach Berlin ins Schuberz geschickt. Die Schulung dauerte 2 Tage, die Kosten wurden komplett übernommen. Ich habe auf der Schulung unendlich viel gelernt, aber geholfen hat es leider nicht. Meine Hände heilten nicht ab. Es half alles nicht, ich im Rahmen einer Akuteinweisung quasi von heute auf morgen in die Asklepios Klinik auf Sylt und wurde dort 3 Wochen behandelt.

Hochdosiertes Cortison auf die Hände für 3 Nächte. Und ein Wunder geschah meine Hände heilten ab. Ich bekam auch Bestrahlungen und Bäder. Es war toll. Es war ein neues Gefühl heile Hände zu haben. Seit dem hat der Spruch:“ etwas geht leicht von der Hand“ eine neue Bedeutung. Als meine Familie mich auf der Insel besuchen kam, konnte ich seit langer Zeit meine Sohn endlich wieder an die Hand nehmen! Mein Mann war erstaunt wie nie! Doch leider hielt es nicht sehr lange an, meine Hände sind immer wieder kaputt gegangen.

Mein Hautarzt hat leider irgendwann Deutschland verlassen und ist ausgewandert, WEGEN DER GESUNDHEITSREFORM. Ich kann nur jedem Allergiker und Asthmatiker dazu raten, sprecht mit euren behandelnden Ärzten über eure anstehende Berufswahl und lasst euch z.B. gegen Desinfektionsmittel testen. Es bringt keinen Spaß offene Hände zu haben und deswegen auch mal krankgeschrieben zu werden. Solltet ihr trotzdem den gewünschten Beruf erlernen und es treten dann doch Hautprobleme oder Atemwegsprobleme auf, wendet euch umgehend an die Ärzte und meldet es an die zuständige Berufsgenossenschaft. Man hat dadurch nur Vorteile.

Aktuell habe ich über meine neue Hautärztin, eine erneute Meldung an die BGW geben lassen. Ich hoffe, daß ich auch diesmal wieder mit UNterstützung von dort rechnen kann.