Ein Hund trotz Tierhaarallergie

Seit dem 17. Juli haben wir einen Mischlingshund. Es ist ein Mix aus Border-Collie und Münsterländer.

Es fing alles im April an, als meine Freundin mir sagte, ihre Hündin hat sechs Babys bekommen. Wir haben uns die Welpen gleich am nächsten Tag angeschaut. Eines niedlicher und süßer wie das andere. Es waren 5 Mädchen und ein Junge. Der Rüde hatte es meinem Mann sehr angetan. Ich habe immer gesagt geht nicht los, wir können kein Tier nehmen. Damit war für mich die Sache erstmal erledigt aber meine beiden Männer waren schon verliebt in den kleinen Racker.

Nach ca. 6 Wochen habe ich dann gesagt, ich könnte mir auch vorstellen, den Rüden zu nehmen. Da haben wir mit der Testphase angefangen. Vielleicht vorweg: ich hatte nie irgendwelche Allergie-Probleme, wenn ich bei meiner Freundin und ihrer Hündin war. Und ich bin oft bei ihr. Es ging mir da immer gut, keinerlei Asthmaprobleme und auch keinen allergischen Schnupfen. Also zur Testphase jedes mal wenn ich auf dem Hof war, habe ich den Rüden auf den Arm genommen und mit ihm gekuschelt. Ich habe meine Nase ins Fell gehalten und gekratzt hat er mich auch einmal. Ich hatte bei diesen Testungen immer alles dabei vom Nasenspray, Cortison, Notfallspray bis zur Dauermedikation. Ich brauchte die Medikamente kein einziges Mal. So habe ich es immer wieder gemacht, wenn ich da war und es passierte nie irgendetwas.

Hier bei uns im Haus waren alle glücklich und auch meine Freundin freute sich sehr das wenigstens ein Welpe in der Nähe bleibt. Die anderen 5 Welpen sind inzwischen in ganz Deutschland verteilt.

Mittlerweile sind 3 Monate vergangen und „Sisko“ (so heißt unser Hund) lebt bei uns. Das Allerschönste ist, dass es mir dabei gut geht. Am Anfang war es schon komisch und wir haben immer sehr auf meinen Gesundheitszustand geachtet. Ich kann nur sagen, dass der Hund eine Bereicherung für unsere ganze Familie ist und ich mir nicht mehr vorstellen ohne unseren Wuff zu sein.

Mein Sohn freut sich jeden Tag über seinen „kleinen Bruder“, wie er liebevoll Sisko nennt. Sogar mein Mann verläßt jetzt häufiger seinen Laptop und macht lange Runden mit seinem Hund. Für mich ist es toll. Ich hatte in meiner ganzen Kindheit keine Tiere, bis auf ein paar Fische, aber mit denen kann man nicht kuscheln.

Asthma-Anfall: Schulungen für den Notfall

SantaBarbara_08_5.JPGCreative Commons License photo credit: Tammy Manet

leichte Brise

Ich habe viele Vorträge und Schulungen über Asthma und Allergien besucht. Einige fanden während Krankenhausaufenthalten oder Rehaklinikaufhalten statt und hatten immer eines gemeinsam: bei allen Schulungen habe ich immer etwas mitgenommen und umgesetzt.

Vor einem Jahr hat mein Lungenfacharzt mich zum „Desease Managment“ angemeldet. Ich habe einen ganzen Nachmittag und einen Samstagnachmittag in der Praxis verbracht und wieder viel dazu gelernt. Über das eigene Verhalten in Notsituationen und auch in normalen Alltagssituationen. Es wurde ein Notfallplan erstellt, den ich mir mittlerweile eingeprägt habe.

Man sollte täglich morgens und abends seine PEAK FLOW Messung machen. An Tagen, an denen es mir nicht gut geht mache ich auch mittags eine Messung. Da man einen eine normale Tagesmedikation hat und eine Notfallmedizin, richtet sich der Notfallplan nach diesen Medikamenten. Ich nehme täglich Symbicort 2×2 Hub und im Notfall oder als Prophylaxe ( z.B. vorm Nordic Walken )  mein Berodualspray. Sollte mein Peak Flow unter einen bestimmten Wert sinken und ich z.B stark erkältet bin steigere ich meine Tagesmedikation auf 3×2 Hub. Sollte es trotzdem nicht besser werden wird auf 4×2 gesteigert. Danach muß ich dann leider auf Cortison zurück greifen.

Dieser Plan wurde von meinem Lungenfacharzt erstellt und so verordnet. Sollte man aufs Cortison zurückgreifen, dann muß man seinen behandelnden Doktor darüber informieren. Ich hole mir dann meistens einen Kontrolltermin.

So und so gehe ich jedes Quartal zur Kontrolle und zur Lungenfunktion. Seitdem ich regelmäßig mich selbst kontroliere und auch meine Männer darüber informiert sind, was im Notfall passieren muß, geht es mir besser und ich fühle mich deutlich sicherer. Bei akuter“Luftnot“ sollte man –  auch wenn es schwer fällt –  zunächst einmal Ruhebewahren. Notfallmedikation nehmen und das Spray nach einer kurzen Zeit nochmal benutzen. Man sollte sich fest an den Plan halten. Auch eine Peakflow Kontrolle ist hier angebracht. Wichtig ist, genau zu dokumentieren, was man macht und welche Daten sich ergeben. Hilft das alles nicht, muß man den Notarzt rufen. Vorteilhaft ist dann, wenn man die Dokuentation vorlegen kann. Das hilft dem Nozarzt ungemein.

Mein Tipp daher:  Sprecht mit euern Ärzten über diese Schulungen und kontaktiert auch ruhig proaktiv eure Krankenversicherung, ob es nicht eine entsprechende Schulung oder ein von der Kasse bzw. Versicherung   gestütztes Programm gibt. Also besucht Schulungen und setzt euch mit der Krankheit auseinander. Macht euch schlau! Das gibt Euch Sicherheit im Umgang mit dem Asthma.

Berufswahl mit Allergien und Asthma

Für mich war schon sehr früh klar, was ich mal werden wollte. Ich bin schon als kleines Mädchen mit Schürze, Doktortasche, Stethoskop, Spritze und Haube um den Tannenbaum gerannt. Als mein Bruder Krankenpfleger wurde war mir dann vollends klar: Ich werde Krankenschwester. Seine Bücher waren auch mein Lesestoff.

Meine Mittlere Reife habe ich 1985 gemacht. Leider wollten mich die Krankenhäuser in Schleswig-Holstein nicht und so bin ich nach Bayern, eher gesagt nach Unterfranken in die Stadt Schweinfurt gegangen. Ich als norddeutsches Landei bin dann nach Schweinfurt ins St. Josefs Krankenhaus. Ein sehr katholisches Haus, aber es war eine spannende Zeit.

Die ersten zwei Jahre ging zunächst auch alles gut. Doch dann fingen meine Probleme das erste mal an: Meine Hände gingen kaputt ich hatte überall offene Stellen. Damals bekam ich von einem Doktor eine Homöpathische Salbe und das Problem war schnell behoben. Ich hatte dann lange Zeit Ruhe. Ich habe mein Examen gemacht und bin dann ganz schnell wieder in den hohen Norden zurückgekehrt. Seit 1989 bin ich jetzt in dem Haus beschäftigt in dem ich immer noch arbeite. Es handelt sich um ein großes Gesundheits- und Touristikzentrum an der Ostsee (ich verlinke an dieser Stelle einmal nicht). Meine Hände blieben heil.

Dann bin ich 1998 für ein Jahr im Erziehungsurlaub gewesen und danach wurde es sehr schlimm mit meinen Händen. Ich vermute das sich durch die Schwangerschaft und Geburt in meinem Körper sich irgendwas verändert hat. Auf der Station, wo ich dann gearbeitet habe, war zwar immer mal ein Finger kaput, aber  dann habe ich halt überwiegend die Büroarbeit gemacht.

Dann wurde irgendwann aufgrund von Reorganisations-Maßnahmen unsere Station geschlossen.  So landete ich auf einer OP-Station, wo viele OPs liefen und wir viel am Patienten arbeiteten. Meine Hände wurden wund und ich hatte offene Stellen. Die Fingernägel verschwanden oder brachen. Ich mochte niemandem mehr zur Begrüßung die Hand geben.

Irgendwann bekam ich einen Tipp: Mir gab man den Namen eines neuen Hautarztes. Nichts wie hin und er testete mich auf die Produkte die wir bei der täglichen Arbeit benutzen. Nach dem Test sagte mein neuer Hautarzt: „Oh man sie haben den falschen Beruf gewählt!“

Er meldete die Hauterkrankung an die BGW Hamburg. Die BGW übernahm ab sofort die Kosten für die Behandlung. Ich wurde von der BGW zu einer Schulung nach Berlin ins Schuberz geschickt. Die Schulung dauerte 2 Tage, die Kosten wurden komplett übernommen. Ich habe auf der Schulung unendlich viel gelernt, aber geholfen hat es leider nicht. Meine Hände heilten nicht ab. Es half alles nicht, ich im Rahmen einer Akuteinweisung quasi von heute auf morgen in die Asklepios Klinik auf Sylt und wurde dort 3 Wochen behandelt.

Hochdosiertes Cortison auf die Hände für 3 Nächte. Und ein Wunder geschah meine Hände heilten ab. Ich bekam auch Bestrahlungen und Bäder. Es war toll. Es war ein neues Gefühl heile Hände zu haben. Seit dem hat der Spruch:“ etwas geht leicht von der Hand“ eine neue Bedeutung. Als meine Familie mich auf der Insel besuchen kam, konnte ich seit langer Zeit meine Sohn endlich wieder an die Hand nehmen! Mein Mann war erstaunt wie nie! Doch leider hielt es nicht sehr lange an, meine Hände sind immer wieder kaputt gegangen.

Mein Hautarzt hat leider irgendwann Deutschland verlassen und ist ausgewandert, WEGEN DER GESUNDHEITSREFORM. Ich kann nur jedem Allergiker und Asthmatiker dazu raten, sprecht mit euren behandelnden Ärzten über eure anstehende Berufswahl und lasst euch z.B. gegen Desinfektionsmittel testen. Es bringt keinen Spaß offene Hände zu haben und deswegen auch mal krankgeschrieben zu werden. Solltet ihr trotzdem den gewünschten Beruf erlernen und es treten dann doch Hautprobleme oder Atemwegsprobleme auf, wendet euch umgehend an die Ärzte und meldet es an die zuständige Berufsgenossenschaft. Man hat dadurch nur Vorteile.

Aktuell habe ich über meine neue Hautärztin, eine erneute Meldung an die BGW geben lassen. Ich hoffe, daß ich auch diesmal wieder mit UNterstützung von dort rechnen kann.

Stillen mit Allergien und Asthma

Für mich war es keine Frage, als mein Sohn auf die Welt kam: ich wollte stillen und nichts zu Füttern, trotz Allergien, Asthma und Neurodermitis bzw. gerade deswegen!

Das habe ich vom ersten Tag auch durchgezogen. Im Krankenhaus war es zuerst ein ganz schöner Kampf es durchzustehen und es durchzuziehen. In der Klinik machten sie einen ganz schönen Zirkus, weil mein Sohn nicht viel getrunken hat. Er wurde vorm Stillen gewogen und nach dem Stillen. Er nahm nicht zu. Irgendwann war es der einen Schwester zu wenig und sie meinte, nun müsse er mal Traubenzuckerlösung dazu bekommen. Als neue Mutter war ich nun schon ziemlich unsicher in all den neuen Dingen und stimmte zu.

Dann passierte etwas: sie gab meinem Sohn die Lösung und er fand das nun mal gar nicht gut und spuckte ihr den ganzen Kram über von oben bis unten übern den Kittel. Das Ergebnis: ich hatte Ruhe. Ich konnte meinem Sohn in aller Ruhe beibringen die Brust zu nehmen. Es kam keiner mehr auf die Idee, ihm was dazu zugeben. 🙂

Zu Hause hatte ich dann noch mehr Ruhe und Zeit. Keiner mischte sich mehr ein. Ich legte mir meine Zeiten zum Stillen fest. Mein Sohn schlief nach 6 Wochen das erste mal durch. Wir haben das auch fünfeinhalb Monate durchgezogen und mein Sohn schlief fast immer nachts schön durch.

Nach dieser Zeit hatte ich eines abends furchtbare Zahnschmerzen und wusste, daß der kleine Mann die nächsten 6 Stunden schläft. Also nahm ich eine Paracetamol Tablette. Leider war genau das in dieser Situation mein Fehler. Es dauerte kaum 20 Minuten als ich merkte, wie mein Mund dick wurde und so langsam alles taub wurde. Ich bin darauf zu meinem Mann. Zunächst rief er bei meinen Eltern an, die mich sehr genau kennen und daraufhin im Anschluß den diensthabenden Landarzt. Dieser, zum Glück war es mein Hausarzt, kannte natürlich meine Krankenate und meine Situation. Er war genauso schnell da wie mein Vater, der Unterschied war mein Vater wohnte 1km weit weg ,mein Hausarzt 8 km. Der Doktor spritze mir das lebensrettende Cortison und ein Antihistaminikum. Problematisch: Mit dieser Medikamenten-Kombination durfte ich nicht mehr stillen!

Für den nächsten morgen hatten wir vorgesorgt und noch eingefrorene Muttermilch. Zusätzlich hatte ich auch schon Hyperallergene Babynahrung gekauft. Die ganze Situation war sehr dramatisch. Das Kind kannte ja nur Mutterns warme Brust. Diesen Gummipropfen fand er gar nicht gut und machte folglich ordentlich Terror. Ich wünsche so eine Situation wirklich niemandem. Das waren wahnsinng besorgniserregende, harte drei Tage, aber wir haben alles überstanden. Der Hunger unsere kleinen Zwerges, war schließlich irgendwann größer als die Abneigung gegen die Flasche. Nach den drei Tagen konnte ich dann aber wieder stillen, da bis dahin das Medikament abgebaut war.

Ich glaube, dass ich doch solange gestillt habe – etwas über ein halbes Jahr – ist ein wesentlicher Grund dafür, dass mein Kind gesund ist. Er hat keine Allergien und zeigt auch sonst keine Auffälligkeiten in Richtung Neurodermitis oder Asthma – und das ist gut so!

Cortison hilft

Neben dem Asthma, welches man relativ früh bei mir diagnostizierte, sind im laufe der Zeit noch weitere „Auffälligkeiten“ dazu gekommen. So zum Beispiel Allergien, die leider erst durch dramatische Zwischenfälle festgestellt werden konnten.

Meine Freundinnen schwärmten von Pferden, ganz so, wie kleine Mädchen in einem gewissen Alter dies nun einmal immer tun. Klar, dass auch ich das unbedingt ausprobieren wollte. Kaum hatte ich die ersten Minuten auf dem Pferd verbracht, da schwoll mein Gesicht zu, meine Augen schwollen zu und die Luft war weg. Wie verrückt sind meine Eltern ins Krankenhaus gefahren. So, wie noch viele Male in meinem Leben, hat mir bei diesem Zwischenfall Cortison das Leben gerettet.

Noch heute sagt mein Vater immer: „Nicht jammern, Deern schlucken und inhalieren! Ohne Cortison wärst du nicht mehr hier.

Zum Thema Cortison werde ich in den Folgenden Beiträgen noch mehr schreiben.