Protopic – Segen oder Fluch?

Vor zwei Woche habe ich eine neue Salbe für meine Hände bekommen. Ich habe lange überlegt. Was mache ich jetzt: benutze ich sie oder nicht? Diese Salbe heißt „Protopic.“ Ist sie nun ein Teufelszeug oder ein Segen?

Der Wirkstoff heißt Tacrolimus- Monohydrat. Sie hat wahnsinnig viele böse Nebenwirkungen und man sollte vorher wirklich überlegen, ob man sie benutzen oder sich weiter quälen will. Es gibt sie in zwei Stärken entweder 0,1% oder 0,03%. Ich habe 0,1% bekommen. Als erstes sollte man mit seinem Dermatologen reden. Da ich aber schon mal Elidel bekommen habe, waren wir der Meinung ich wüßte Bescheid. Aber seitdem ich das letzte mal Elidel bekommen habe sind mittlerweile 3 Jahre vergangen und diverse Nebenwirkungen dazu gekommen.

Ich habe meine Hände häufig mit Cortison der Stärke 3 einreiben müssen und leider auch viele andere Körperstellen, die von meiner Neurodermitis befallen waren. Mittlerweile sind nur noch Kniekehlen und immer sehr schlimm meine Hände befallen.

Zurück zu Protopic. Mein Mann und ich haben uns lange schlau gemacht und haben dann beschlossen das ich es ausprobiere. Vorallem auch weil mein Leidensdruck doch sehr hoch war. Also habe ich die vielen kleinen und großen offenen Stellen eingerieben und mich ganz genau an die Anwendungsbeschreibung gehalten. Nach kurzer Zeit sind alle Stellen verheilt und ich habe die Salbe wieder abgesetzt. Ich pflege meine Hände jetzt nur noch mit Fettcreme. Bis jetzt sind keine Nebenwirkungen aufgetreten.

Mal sehen, wie die Langzeit Wirkung ist und was passiert, wenn ich wieder arbeiten muß.

Da ich es wichtig finde, welche Risiken und Nebenwirkungen der Wirkstoff hat, hier noch ein paar weiterführende Informationen:

Tracolimus – Wikipedia, Gesundheitswarnung der FDA, Patientenaufklärung Doktor Eichler

Ein Hund trotz Tierhaarallergie

Seit dem 17. Juli haben wir einen Mischlingshund. Es ist ein Mix aus Border-Collie und Münsterländer.

Es fing alles im April an, als meine Freundin mir sagte, ihre Hündin hat sechs Babys bekommen. Wir haben uns die Welpen gleich am nächsten Tag angeschaut. Eines niedlicher und süßer wie das andere. Es waren 5 Mädchen und ein Junge. Der Rüde hatte es meinem Mann sehr angetan. Ich habe immer gesagt geht nicht los, wir können kein Tier nehmen. Damit war für mich die Sache erstmal erledigt aber meine beiden Männer waren schon verliebt in den kleinen Racker.

Nach ca. 6 Wochen habe ich dann gesagt, ich könnte mir auch vorstellen, den Rüden zu nehmen. Da haben wir mit der Testphase angefangen. Vielleicht vorweg: ich hatte nie irgendwelche Allergie-Probleme, wenn ich bei meiner Freundin und ihrer Hündin war. Und ich bin oft bei ihr. Es ging mir da immer gut, keinerlei Asthmaprobleme und auch keinen allergischen Schnupfen. Also zur Testphase jedes mal wenn ich auf dem Hof war, habe ich den Rüden auf den Arm genommen und mit ihm gekuschelt. Ich habe meine Nase ins Fell gehalten und gekratzt hat er mich auch einmal. Ich hatte bei diesen Testungen immer alles dabei vom Nasenspray, Cortison, Notfallspray bis zur Dauermedikation. Ich brauchte die Medikamente kein einziges Mal. So habe ich es immer wieder gemacht, wenn ich da war und es passierte nie irgendetwas.

Hier bei uns im Haus waren alle glücklich und auch meine Freundin freute sich sehr das wenigstens ein Welpe in der Nähe bleibt. Die anderen 5 Welpen sind inzwischen in ganz Deutschland verteilt.

Mittlerweile sind 3 Monate vergangen und „Sisko“ (so heißt unser Hund) lebt bei uns. Das Allerschönste ist, dass es mir dabei gut geht. Am Anfang war es schon komisch und wir haben immer sehr auf meinen Gesundheitszustand geachtet. Ich kann nur sagen, dass der Hund eine Bereicherung für unsere ganze Familie ist und ich mir nicht mehr vorstellen ohne unseren Wuff zu sein.

Mein Sohn freut sich jeden Tag über seinen „kleinen Bruder“, wie er liebevoll Sisko nennt. Sogar mein Mann verläßt jetzt häufiger seinen Laptop und macht lange Runden mit seinem Hund. Für mich ist es toll. Ich hatte in meiner ganzen Kindheit keine Tiere, bis auf ein paar Fische, aber mit denen kann man nicht kuscheln.

Asthma-Anfall: Schulungen für den Notfall

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leichte Brise

Ich habe viele Vorträge und Schulungen über Asthma und Allergien besucht. Einige fanden während Krankenhausaufenthalten oder Rehaklinikaufhalten statt und hatten immer eines gemeinsam: bei allen Schulungen habe ich immer etwas mitgenommen und umgesetzt.

Vor einem Jahr hat mein Lungenfacharzt mich zum „Desease Managment“ angemeldet. Ich habe einen ganzen Nachmittag und einen Samstagnachmittag in der Praxis verbracht und wieder viel dazu gelernt. Über das eigene Verhalten in Notsituationen und auch in normalen Alltagssituationen. Es wurde ein Notfallplan erstellt, den ich mir mittlerweile eingeprägt habe.

Man sollte täglich morgens und abends seine PEAK FLOW Messung machen. An Tagen, an denen es mir nicht gut geht mache ich auch mittags eine Messung. Da man einen eine normale Tagesmedikation hat und eine Notfallmedizin, richtet sich der Notfallplan nach diesen Medikamenten. Ich nehme täglich Symbicort 2×2 Hub und im Notfall oder als Prophylaxe ( z.B. vorm Nordic Walken )  mein Berodualspray. Sollte mein Peak Flow unter einen bestimmten Wert sinken und ich z.B stark erkältet bin steigere ich meine Tagesmedikation auf 3×2 Hub. Sollte es trotzdem nicht besser werden wird auf 4×2 gesteigert. Danach muß ich dann leider auf Cortison zurück greifen.

Dieser Plan wurde von meinem Lungenfacharzt erstellt und so verordnet. Sollte man aufs Cortison zurückgreifen, dann muß man seinen behandelnden Doktor darüber informieren. Ich hole mir dann meistens einen Kontrolltermin.

So und so gehe ich jedes Quartal zur Kontrolle und zur Lungenfunktion. Seitdem ich regelmäßig mich selbst kontroliere und auch meine Männer darüber informiert sind, was im Notfall passieren muß, geht es mir besser und ich fühle mich deutlich sicherer. Bei akuter“Luftnot“ sollte man –  auch wenn es schwer fällt –  zunächst einmal Ruhebewahren. Notfallmedikation nehmen und das Spray nach einer kurzen Zeit nochmal benutzen. Man sollte sich fest an den Plan halten. Auch eine Peakflow Kontrolle ist hier angebracht. Wichtig ist, genau zu dokumentieren, was man macht und welche Daten sich ergeben. Hilft das alles nicht, muß man den Notarzt rufen. Vorteilhaft ist dann, wenn man die Dokuentation vorlegen kann. Das hilft dem Nozarzt ungemein.

Mein Tipp daher:  Sprecht mit euern Ärzten über diese Schulungen und kontaktiert auch ruhig proaktiv eure Krankenversicherung, ob es nicht eine entsprechende Schulung oder ein von der Kasse bzw. Versicherung   gestütztes Programm gibt. Also besucht Schulungen und setzt euch mit der Krankheit auseinander. Macht euch schlau! Das gibt Euch Sicherheit im Umgang mit dem Asthma.

Stillen mit Allergien und Asthma

Für mich war es keine Frage, als mein Sohn auf die Welt kam: ich wollte stillen und nichts zu Füttern, trotz Allergien, Asthma und Neurodermitis bzw. gerade deswegen!

Das habe ich vom ersten Tag auch durchgezogen. Im Krankenhaus war es zuerst ein ganz schöner Kampf es durchzustehen und es durchzuziehen. In der Klinik machten sie einen ganz schönen Zirkus, weil mein Sohn nicht viel getrunken hat. Er wurde vorm Stillen gewogen und nach dem Stillen. Er nahm nicht zu. Irgendwann war es der einen Schwester zu wenig und sie meinte, nun müsse er mal Traubenzuckerlösung dazu bekommen. Als neue Mutter war ich nun schon ziemlich unsicher in all den neuen Dingen und stimmte zu.

Dann passierte etwas: sie gab meinem Sohn die Lösung und er fand das nun mal gar nicht gut und spuckte ihr den ganzen Kram über von oben bis unten übern den Kittel. Das Ergebnis: ich hatte Ruhe. Ich konnte meinem Sohn in aller Ruhe beibringen die Brust zu nehmen. Es kam keiner mehr auf die Idee, ihm was dazu zugeben. 🙂

Zu Hause hatte ich dann noch mehr Ruhe und Zeit. Keiner mischte sich mehr ein. Ich legte mir meine Zeiten zum Stillen fest. Mein Sohn schlief nach 6 Wochen das erste mal durch. Wir haben das auch fünfeinhalb Monate durchgezogen und mein Sohn schlief fast immer nachts schön durch.

Nach dieser Zeit hatte ich eines abends furchtbare Zahnschmerzen und wusste, daß der kleine Mann die nächsten 6 Stunden schläft. Also nahm ich eine Paracetamol Tablette. Leider war genau das in dieser Situation mein Fehler. Es dauerte kaum 20 Minuten als ich merkte, wie mein Mund dick wurde und so langsam alles taub wurde. Ich bin darauf zu meinem Mann. Zunächst rief er bei meinen Eltern an, die mich sehr genau kennen und daraufhin im Anschluß den diensthabenden Landarzt. Dieser, zum Glück war es mein Hausarzt, kannte natürlich meine Krankenate und meine Situation. Er war genauso schnell da wie mein Vater, der Unterschied war mein Vater wohnte 1km weit weg ,mein Hausarzt 8 km. Der Doktor spritze mir das lebensrettende Cortison und ein Antihistaminikum. Problematisch: Mit dieser Medikamenten-Kombination durfte ich nicht mehr stillen!

Für den nächsten morgen hatten wir vorgesorgt und noch eingefrorene Muttermilch. Zusätzlich hatte ich auch schon Hyperallergene Babynahrung gekauft. Die ganze Situation war sehr dramatisch. Das Kind kannte ja nur Mutterns warme Brust. Diesen Gummipropfen fand er gar nicht gut und machte folglich ordentlich Terror. Ich wünsche so eine Situation wirklich niemandem. Das waren wahnsinng besorgniserregende, harte drei Tage, aber wir haben alles überstanden. Der Hunger unsere kleinen Zwerges, war schließlich irgendwann größer als die Abneigung gegen die Flasche. Nach den drei Tagen konnte ich dann aber wieder stillen, da bis dahin das Medikament abgebaut war.

Ich glaube, dass ich doch solange gestillt habe – etwas über ein halbes Jahr – ist ein wesentlicher Grund dafür, dass mein Kind gesund ist. Er hat keine Allergien und zeigt auch sonst keine Auffälligkeiten in Richtung Neurodermitis oder Asthma – und das ist gut so!

Wenn der Sommer zur Qual wird

Pollen, Gräser, AllergieCreative Commons License photo credit: def110

Pollen, Gräser, Allergie

Viele Menschen freuen sich auf den Juli und August. Sommer, Urlaub, Ferien… Ich mich grundsätzlich auch, aber nur wenn ich am Strand sein kann. Am liebsten fahre ich nach Römö, in den Ort Lakolk. Zu Hause ist es für mich manchmal richtig grausam. Wenn es ganz schlimm ist, bleibe ich in meinem Haus, mache den Ventilator an und setze mich davor.

Zur Begründung: Ich habe Allergien gegen Gräser, Hafer, Roggen, Weizen und Gerste. Zusätzlich ist mein Problem eine Straße, die an unserem Haus vorbeiführt. Diese Straße benutzen die Landwirte um ihrer Ernte zu naheliegenden Silo zu bringen. Auch Mähdrescher fahren hier vorbei. Und gerade in der Ernte ist ist es ja zudem auch noch trocken. Diese Kombination aus Trockenheit und Allergenen in der Luft macht mir arg zu schaffen. So ist der Sommer für mich oft eine Qual, trotz allem bin ich viel auf meiner Terrasse oder bin bei meiner Freundin die auf einem Bauernhof lebt.

Ich muss halt immer meine Medikamente mitnehmen, auch meine Dosieraerosole/Asthmasprays habe ich dann immer dabei. Morgens nehme ich dann noch ein Antiallergikum ein, denn sonst geht es gar nichts.

Wichtig ist für mich, daß man abends vor dem zu Bett gehen duscht und auch möglichst seinen Mann/Frau oder Freund/Freundin duschen schickt, damit keine Pollen im Haar bleiben und die Nacht dann auch entsprechend erholsam ist. Als Tipp kann ich nur geben, daß man auch seine Bettwäsche nicht draußen trocknet, damitsich erst gar keine Pollen absetzen. Besser in den Trockner, auch wenn es etwas mehr Strom kostet. Das sollte einem die nächtliche Erholung dann schon wert sein.

Weiterhin ist auch das richtige Lüften wichtig. Wer, wie ich, auf dem Land lebt, sollte abends lüften, da morgens zwischen 4 Uhr und 6 Uhr der stärkste Pollenflug herrscht. In der Stadt sollte man hingegen morgens zwischen 6 Uhr und 8 Uhr lüften, da dort abends der stärkste Pollenflug herrscht.

Ich sehne mich bei warmen trockenen Wetter immer nach Regen und Gewitter. Dann stehe ich oft draußen und lasse die frische Luft und den Regen auf mich prasseln. Danach geht es mir besser! Natürlich freue ich mich dann auch wieder über die Sonne.

Noch eine kleine Anmerkung: Ich mag Landwirte. Sie können schließlich auch nichts für den Staub und die Pollen.