Rosa Schleife oder Brustkrebs-Solidarität

Rosa_SchleifeDas Thema Brustkrebs ist für mich seit 2004 ein großes Thema. Schon vorher fand ich es sehr schlimm, habe mich aber nicht damit befasst. Im Oktober 2004 erkrankte meine Mutter daran. Seitdem befasse ich mich eingehender mit dem Thema. In meinem Umfeld sind mittlerweile viele Frauen an diesem Krebs erkrankt und leider auch einige daran gestorben. Ich selbst bin gesund. Toitoitoi. Gehe regelmässig zur Mammographie und zum Gynäkologen, leider muß ich auch an andere Krebserkrankungen denken, da es in meiner Familie leider auch Lungenkrebs gibt und mein Onkel schon daran verstorben ist.

Aber nun zurück zum Thema Brustkrebs. Als ich in der Hautklinik auf Sylt gelegen habe, saßen an meinem Tisch 3 Frauen, die gerade erfolgreich gegen den Brustkrebs angekämpft hatten. Frauen jeden Alters, eine war sogar noch jünger als ich es war. BrustOp, Bestrahlung und Chemo, alles hatten die 3 hinter sich gebracht und alle 3 waren unendlich fröhlich und gut drauf.

Jedes neue Haar wurde gefeiert und die Perücken wurden irgendwann weggelassen. Es war eine interressante Zeit aber auch oft traurig. Es war auch spannend zu hören, dass bei allen Dreien unterschiedlich vorgegangen wurde. Bei der einen erst Chemo dann OP, bei der anderen erst Bestrahlung und Chemo dann OP. Bei der Dritten erst OP dann Chemo. Bei meiner Ma erst Probeentnahme des Tumores und leider danach Entfernung der Brust. Zum Glück war keine Chemo nötig. Bei ihr ist es alles gut gegangen und als sie mich nach einem Katalog fragte um nach einen neuen Badeanzug zu schauen wußte ich, sie schafft es. So geht jeder mit der Erkrankung anders um. Wir zu hause gehen damit sehr offen um.

Aber ich finde es immer wieder erschreckend, dass die gesetzlichen Krankenkassen erst ab 50 Jahren die Mammographie empfehlen. In meinem Umfeld sind die Frauen alle zwischen 30 und 5o Jahren alt, alle haben durch gute Selbstkontrolle die kleinen Veränderungen ihrer Brust  festgestellt und ihr Leben dadurch gerettet.

Also Mädels kontrolliert eure Brust regelmässig und besteht auf eine Mammographie, wenn ihr etwas spürt. Hier noch ein sehr witzig gemachtes Video zum Thema Brustkrebs und -Vorsorge. Eigentlich steht eine rosa Schleife stellvertretend als Erinnerung an das Thema, ganz ähnlich also, wie die rote Schleife bei AIDS . Im Video wurde die rosa Schleife durch rosa Handschuhe getauscht. Leider sind meine Handschuhe auf Station lila. 🙂

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via: athertonblab / Blidquelle: Wikipedia

Über 130.000 Menschen und keinen interressiert es

zensursulaIch bin sehr enttäuscht von der Bundesregierung, von der großen Koalition und im Besonderen von der SPD. Im August bin ich mit über 100.000 Krankenpflegern, Krankenschwestern, Ärzten, Hebammen und vielen anderen, die in der Gesundheitspflege arbeiten auf die Strasse gegangen.

Wir waren in Berlin. Es waren viele. Hinter jedem der da war, standen noch mindestens 10 Leute, die nicht mitreisen konnten, da sie arbeiten mußten. Die sich geopfert haben, damit Patienten in den vielen Krankenhäusern nicht unversorgt blieben. Wir sind am Kanzleramt vorbei gewandert und um die Siegessäule gezogen. Wir waren laut. Wir waren so laut, dass einige Mitarbeiter und sicher auch Politiker hinter den Fenstern des Kanzleramtes auf dem Mob herunter gafften, sich sichtlich fragend, was die Meute da draussen wohl will.  Wir waren nicht laut genug, um die Bundesregierung aufmerksam zu machen. Sie schaute und hörte weg, da es wichtigere Dinge zu regeln gab. Die Bankenkrise. Die Kranken in den Anstallten waren und sind noch unwichtig.

Ich kann gar nicht ausdrücken wie enttäuscht ich bin. Ich frage mich, wofür ich mich seit fast 25 Jahren in der Krankenpflege engagiert habe, wenn diese Arbeit so mit Füßen getreten wird.

Aber es geschieht schon wieder, bevor ich auch nur einen Hauch einer Antwort darauf habe. Jetzt haben wieder über 130.000 Menschen eine Petition unterschrieben, in der es gegen eine Zensur im Internet geht. 130.000 Menschen, die sich informiert haben, sich auskennen, das Internet tagtäglich nutzen und denen Angst und Bange wird, bei dem was von der Leyen, Schäuble und all die anderen da oben in der Regierung verzapfen. Und was ist:  die Bundesregierung schaut wieder weg und wird morgen das Zensurgesetz genehmigen.

Wieder werden über 130.000 Menschen überhört. Hinzu kommen noch die, die sich nicht getraut haben zu unterzeichnen, oder die die derzeit durch die Medien und unsere Politiker arglistig getäuscht werden, wie dieser Herr Münkler.

Klar, ich bin auch gegen Kinderpornographie und gegen Gewalt gegen Kinder. Aber ein Stop-Schild im Internet ist keine Lösung. Die Seiten gehören gelöscht und die Täter verfolgt! STOP heisst nur anhalten und weiterfahren, beim Löschen geht das nicht.

Ich bin mittlerweile Politik verdrossen, habe immer die SPD gewählt, doch von denen bin ich einfach nur maßlos enttäuscht. Genauso von der FDP, der CDU und den Grünen – ach die Linken sind auch nicht zu vergessen. Ob in der Gesundheitspolitik oder in anderen Themen, in den letzten Jahren haben die Parteien für den kleinen Menschen nichts getan. Schade das man auf all die aufgeklärten Menschen nicht hört und nur an seinem eigenem Dasein, seinem Status interressiert ist.

Links zum Thema:

E-Petition genen das Gesetzt zur Internetzensur

http://netzpolitik.org/2009/herfried-muenkler-kaempft-gegen-das-internet/

Aktive Mittagspause

Heute war es mal wieder so weit. Verdi und viele andere Berufsorganisationen haben zu einer kleinen Aktion aufgerufen. Diesmal kein großer Streik, sondern eine „Aktive Mittagspause!“ Um 12 Uhr wurde die Arbeit für eine halbe Stunde niedergelegt. Die Patientenversorgung war in der Zeit gewährleistet, weil einige Kollegen auf die Pause verzichtet haben. Das heißt auch keine zusätzlichen Kosten durch Personalausfall. Es geht mal wieder um die Aktion „Der Deckel muß weg“.  So wie es jetzt ist, darf es nicht weitergehen, immer mehr Personalabbau und immer weniger Geld für die Pflege.

Demo Berlin „Der Deckel muß weg“

Diesmal geht es nicht um Allergien, sondern um meinen Beruf. Mein Beruf ist für mich sehr wichtig. Ich bin Krankenschwester mit Leib und Seele.

Vielen Krankenhäusern geht es finanziel nicht gut. Und das merken wir als Pflegepersonal sehr stark. Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld. Gibt es schon lange nicht mehr. Aber das ist Nebensache. Im Großen geht es um zu wenig Personal und um zu wenig Zeit für die Patienten. Patienten können wir alle mal werden und nichts ist schlimmer wie gestresstes Personal. Man ist krank und wünscht sich mal ein nettes Wort und eine gute Pflege, aber es ist keine Zeit dafür. Für mich ist es zusätzlich schlimm, dass keine Zeit für die Ausbildung der Schüler da ist, denn sie sind die Zukunft der Pflege.

Wir werden alle mal alt und evtl. auch krank. Die Politiker machen sich darüber keine gesteigerten Gedanken. Die sind schließlich privat versichert. Sie kennen die Probleme des kleinen Menschen nicht. Sie liegen auf der Privatstation, da wo genug Personal ist und da fällt auch der Putz nicht von der Decke.

Aber nun zum eigentlichen Thema: Verdi, der DBfK , Marburger Bund, Bundeärztekammer, deutsche Krankenhaus Gesellschaft und noch viele mehr haben die Demo in Berlin organisiert. Und sie haben es total gut organisiert!!!

Mein Tag fing um 4.15 Uhr an, der Bus fuhr in dem Ort wo ich arbeite um halb sechs los. Wir wurden gut versorgt mit Essen und Getränken und alles was man so braucht. Die Fahrt wurde von meinem Arbeitgeber gesponsert und auch die Stunden wurden gutgeschrieben. Im Bus gab es dann erste Anweisungen zum Ablauf. Jeder Bus hatte eine farbliche Nummer. Gelbe Nummer Sternmarsch zum Brandenburger Tor vom Kapelleufer, blaue Nummer vom Wittenbergplatz ,rote Nummer vom Alexanderplatz und grüne Nummer gleich zum Veranstaltungsort, der  Straße des 17. Juni. Wir hatten eine grüne Nummer, waren zeitig in Berlin und haben trotzdem am Sternmarsch teilgenommen. Es war ein so tolles Erlebnis und wir sind losmarschiert mit Trillerpfeifen, Fahnen und Bannern. Es war alles sehr friedlich, aber sehr laut und sogar lustig. Wir sind laut und wir sind hier, besonders laut waren wir vorm Kanzleramt.

Die Straße des 17. Juni war voll. Wir standen in der Mitte und konnten super über die Leinwand alles verfolgen. Die Reden waren super. Einige kann man auf der Verdi Seite lesen dort stehen sie Wort für Wort noch einmal „abgedruckt“. Wir waren 120.000 Leute und ich bin stolz dabei gewesen zu sein. Die Parole aller war „der Deckel muß weg“.

Ich weiß nicht, ob diese Aktion etwas gebracht haben wird, aber vielleicht haben wir wenigstens ein Wenig erreicht und vielleicht auch manche Menschen und Politiker wachgerüttelt.  Es hat sich von den Politikern keiner getraut sich blicken zu lassen. Schon schade reden können sie alle, handeln tut leider keiner.

Ich war dann um 21.20 Uhr müde und K.O wieder zu Hauseangekommen, mit schmerzenden Füßen, aber glücklich!

Heute einen Tag später muß ich leider feststellen das in den geschriebenen Medien kaum ein Wort darüber berichtet wird. Jedenfalls nicht wirklich viel, z.B. beim SHZ. Das macht mich traurig.

Natürlich habe ich aber auch ein paar Bilder gemacht. Einige von Euch, mögen diese schon kennen, wenn sie mir auf Twitter folgen, bzw. meinem Mann vom penzweb.de. Schaut sie Euch an:

Vorm Kanzleramt

Vorm Kanzleramt

Der Deckel muß weg!

Der Deckel muß weg!

Sternmarsch ind Berlin

Sternmarsch in Berlin