Wenn Ärzte nicht mehr weiter wissen

dann tippen sie bei mir auf eine Allergie. Wenn  sie fragen, wann der letzte Test gelaufen ist, verdreh ich schon die Augen. Ich habe 2006 für mich beschlossen nie wieder eine Pricktest machen zu lassen. Eine Allergie tritt meistens beim 2. Kontakt mit dem Stoff auf, also ist die Gefahr immer sehr groß, das heute keine Allergie vorliegt aber beim 2. Test kann es dann schon wieder anders sein. So kann der erste Wespenstich völlig harmlos verlaufen und der zweite kann dann schon einen allergischen Schock hervorrufen. Ausserdem sind die 4 Tage an denen der Test läuft für mich unerträglich, da mein ganzer Rücken dann voller Pusteln ist  und das ist furchtbar belastend.

Im Dezember hatte ich ja so starke Asthmaprobleme und mußte wieder Cortison nehmen. Keiner wußte, was es wirklich war. Ich aber wußte es genau: ich war nur erkältet. Zu diesem Zeitpunkt meinte meine Ärztin, sie müsste mal wieder testen, was denn meine Allergien so machen. Es kamen die typischen Fragen. Sie wollte auf eine Hyposensibilisierung hinaus. Auch die lehne ich eigentlich ab. Wo soll man da bei mir anfangen und aufhören. Ausserdem habe ich das alles schon hinter mir. Ich habe damit keine guten Erfahrungen gemacht und sehe nicht ein mich dieser Belastung erneut stellen zu müssen.

Wir wurden uns dann einig und sie durfte bei mir Blut abnehmen und das Blut testen. Leider hat sie auch wieder keinen Test gemacht, ob ich eine Latexallergie habe. Die Ergebnisse waren wieder die typischen Allergien, die mir schon seit vielen Jahren bekannt sind. Also nichts neues.  Wieder unnötige Kosten, die die Krankenkasse zahlen muß.

Fibromyalgie

lohela_munson_camp-07Heute schreibe ich mal nicht über Allergien oder Neurodermitis. Heute ist es mal ein anderes Krankheitsbild, das einem das Leben schwer machen kann. Es ist noch nicht so richtig erforscht und wird oft nur belächelt.

Fibromyalgie oder auch FMS abgekürzt ist eine Krankheit, bei der der Patient chronische Schmerzen hat. Der Patient klagt sehr über Muskelschmerzen. Zusätzlich kommen noch viele Symptome dazu. Häufig klagen die Patienten über Müdigkeit, über mangelnde Kraft, das tägliche Leben zu schaffen. Es kommen unendlich viele Symptome dazu, die ich hier nicht alle aufzählen kann. Bei mir ist es die unendliche Müdigkeit,chronisch Archillodynie (Archillessehnenentzündung), Kopfschmerzen und die Muskelschmerzen, vorallem an den Muskelansätzen. Es gibt Tage da darf z.B. keiner meine Waden anfassen, da ich das dann kaum ertrage.

Die Diagnose ist schwer zu stellen, da man auf  keinen Röntgenbildern oder im Labor etwas erkennen kann. Es gibt die Tender Points 18 (Druckpunkte)  und ab 11 Tender Points spricht man dann von dem V.a. FMS /Verdacht auf FMS). Aber stellt euch einfach mal vor ihr habt 11 Punkte am Körper, die euch weh tun und keiner glaubt euch. Bei 18 Punkten mag man schon gar nicht mehr leben. Du wirst als Psycho abgestempelt.

Bis zur festen Diagnose vergehen häufig viele Jahre. Bei mir hat es 2003 angefangen und jetzt ist die Diagnose zum ersten mal aufgeschrieben worden. Ich habe mich an diesem Tag über die Diagnose gefreut. Aber wie schlimm ist es bitteschön, wenn man sich über eine Diagnose freut. Da muß es einem schon oft ziemlich schlecht gegangen sein…

Diese Diagnose hat für mich den Vorteil, das ich jetzt nicht mehr beim Doktor um Krankengymnastik betteln muß, sondern dass ich jeder Zeit ein Rezept bekomme.

Ich helfe mir immer bei Schmerzen mit meinem Körnerkissen, gehe in die Sauna, ins Solarium und zu meiner lieben Krankengymnastin. Sie begleitet mich schon sehr lange und mittlerweile meine beste Freundin geworden ist. Sie ist auch mal am Wochenende für mich da , wenn es gar nicht mehr geht.

Im Fitness Studio haben sie mein Programm umgestellt, da man bei FMS nicht soviel an Gewichten nehmen soll. Man sollte dann lieber häufigere Wiederholungen machen. Wenn es dennoch nicht mehr geht, nehme ich auch mal Schmerzmittel, um aus dem Schmerzkreis rauszukommen.
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Neurodermitis als Jugendlicher

Rocky
Neurodermitis ist eine sehr gemeine Hautkrankheit! Vor allem dann,  wenn man jung ist und sich gerade verlieben will. Oft bricht aber gerade dann die Krankheit während der Pubertät so richtig aus. Bei mir war die Neurodermitis immer an den Ellenbeugen und Kniekehlen ausgebrochen. Die Stellen konnte ich ja noch gut verdecken, z.B. mit langarmigen Shirts. Wenn sie ganz schlimm war und das war sie oft, dann waren auch Hals, Ohren und die Augenlider befallen. Die Augenlider sind leider auch heute noch immer als erstes angegriffen und ich sehe aus als hätte ich was auf die Augen bekommen. Ich werde häufig gefragt, ob ich Haue von meinem Mann bekomme. Ich muß dann immer grinsen und verneine lächelnd.

Zurück zur Jugend. Es gab Zeiten da war fast alles am Körper kaputt, da mochten mich die Jungs nicht mal ansehen, geschweige denn anfassen. Einen Hautarzt hatte ich schon, aber der wollte nur gleich Cortisonsalbe verschreiben. Das wollten meine Eltern jedoch nicht so gerne und so lief ich wie ein Streuselkuchen rum. Irgendwann habe ich dann soviel Selbstbewustsein entwickelt, dass die Jungs sich dann nicht mehr getraut haben mich anzusprechen. Das war also ein kleiner Teufelkreis.

Als Jugendlicher war es schon schlimm und auch häufig sehr gemein, aber wie mann sieht habe ich die Zeit auch überstanden. Sie hat mich zu dem selbstbewußten Menschen gemacht, der ich heute bin. Ich kann sehr gut mit der Neurodermitis umgehen und auch mein Mann und mein Sohn haben keinerlei Berührungsängste. Gerade dies ist für einen Neurodermitiker sehr wichtig.

Eine sehr gute Hilfe sind für mich heute Bäder im Salzwasser. Die Salzwasserbäder lernte ich erst viel später kennen und die helfen mir jetzt richtig gut. Aber es war eine harte Zeit und wenn meine Neurodermitis blüht, fühle ich mich auch heute noch extrem schlecht. Die Neurodermitis bricht heute aber meist an den Kniekehlen aus und leider auch immer noch an den Augen. Manchmal sind auch die Ohrläppchen betroffen und reissen ein.

Jeden Tag freue ich mich darüber, dass mein Sohn bis jetzt verschont geblieben ist, er hat zum Glück keine Allergien, kein Asthma und keine Neurodermitis abbekommen. Jedesmal, wenn er sich kratzt oder juckt schaue ich mir die Stellen ganz genau an und freue mich wie eine Königin, wenn es nur ein Mückenstich ist.

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Positiver Bescheid von der BGW

Ich habe heute Post bekommen und mich sehr gefreut.

Die Post war von der BGW. Sie enthielt eine Behandlungszusage für die Probleme meiner Haut an den Händen. Das bedeutet für mich, dass ich keine Praxis- und Rezeptgebühren mehr bezahlen muß. Auch mein Arbeitgeber wird mir weiterhin alle Dinge für meine Haut-/Handpflege besorgen und zur Verfügung stellen.

Der Behandlungsvertrag ist immer auf ein halbes Jahr befristet und ich muß alle 4 Wochen zur Kontrolle zu meiner Dermatologin. Ich freu mich unendlich über diesen positiven Bescheid. Zum einen werden natürlich die entstehenden Kosten übernommen, zum anderen Bedutet dies jedoch für mich auch eine wesentliche Bessere Versorgung und Unterstützung.

Berufswahl mit Allergien und Asthma

Für mich war schon sehr früh klar, was ich mal werden wollte. Ich bin schon als kleines Mädchen mit Schürze, Doktortasche, Stethoskop, Spritze und Haube um den Tannenbaum gerannt. Als mein Bruder Krankenpfleger wurde war mir dann vollends klar: Ich werde Krankenschwester. Seine Bücher waren auch mein Lesestoff.

Meine Mittlere Reife habe ich 1985 gemacht. Leider wollten mich die Krankenhäuser in Schleswig-Holstein nicht und so bin ich nach Bayern, eher gesagt nach Unterfranken in die Stadt Schweinfurt gegangen. Ich als norddeutsches Landei bin dann nach Schweinfurt ins St. Josefs Krankenhaus. Ein sehr katholisches Haus, aber es war eine spannende Zeit.

Die ersten zwei Jahre ging zunächst auch alles gut. Doch dann fingen meine Probleme das erste mal an: Meine Hände gingen kaputt ich hatte überall offene Stellen. Damals bekam ich von einem Doktor eine Homöpathische Salbe und das Problem war schnell behoben. Ich hatte dann lange Zeit Ruhe. Ich habe mein Examen gemacht und bin dann ganz schnell wieder in den hohen Norden zurückgekehrt. Seit 1989 bin ich jetzt in dem Haus beschäftigt in dem ich immer noch arbeite. Es handelt sich um ein großes Gesundheits- und Touristikzentrum an der Ostsee (ich verlinke an dieser Stelle einmal nicht). Meine Hände blieben heil.

Dann bin ich 1998 für ein Jahr im Erziehungsurlaub gewesen und danach wurde es sehr schlimm mit meinen Händen. Ich vermute das sich durch die Schwangerschaft und Geburt in meinem Körper sich irgendwas verändert hat. Auf der Station, wo ich dann gearbeitet habe, war zwar immer mal ein Finger kaput, aber  dann habe ich halt überwiegend die Büroarbeit gemacht.

Dann wurde irgendwann aufgrund von Reorganisations-Maßnahmen unsere Station geschlossen.  So landete ich auf einer OP-Station, wo viele OPs liefen und wir viel am Patienten arbeiteten. Meine Hände wurden wund und ich hatte offene Stellen. Die Fingernägel verschwanden oder brachen. Ich mochte niemandem mehr zur Begrüßung die Hand geben.

Irgendwann bekam ich einen Tipp: Mir gab man den Namen eines neuen Hautarztes. Nichts wie hin und er testete mich auf die Produkte die wir bei der täglichen Arbeit benutzen. Nach dem Test sagte mein neuer Hautarzt: „Oh man sie haben den falschen Beruf gewählt!“

Er meldete die Hauterkrankung an die BGW Hamburg. Die BGW übernahm ab sofort die Kosten für die Behandlung. Ich wurde von der BGW zu einer Schulung nach Berlin ins Schuberz geschickt. Die Schulung dauerte 2 Tage, die Kosten wurden komplett übernommen. Ich habe auf der Schulung unendlich viel gelernt, aber geholfen hat es leider nicht. Meine Hände heilten nicht ab. Es half alles nicht, ich im Rahmen einer Akuteinweisung quasi von heute auf morgen in die Asklepios Klinik auf Sylt und wurde dort 3 Wochen behandelt.

Hochdosiertes Cortison auf die Hände für 3 Nächte. Und ein Wunder geschah meine Hände heilten ab. Ich bekam auch Bestrahlungen und Bäder. Es war toll. Es war ein neues Gefühl heile Hände zu haben. Seit dem hat der Spruch:“ etwas geht leicht von der Hand“ eine neue Bedeutung. Als meine Familie mich auf der Insel besuchen kam, konnte ich seit langer Zeit meine Sohn endlich wieder an die Hand nehmen! Mein Mann war erstaunt wie nie! Doch leider hielt es nicht sehr lange an, meine Hände sind immer wieder kaputt gegangen.

Mein Hautarzt hat leider irgendwann Deutschland verlassen und ist ausgewandert, WEGEN DER GESUNDHEITSREFORM. Ich kann nur jedem Allergiker und Asthmatiker dazu raten, sprecht mit euren behandelnden Ärzten über eure anstehende Berufswahl und lasst euch z.B. gegen Desinfektionsmittel testen. Es bringt keinen Spaß offene Hände zu haben und deswegen auch mal krankgeschrieben zu werden. Solltet ihr trotzdem den gewünschten Beruf erlernen und es treten dann doch Hautprobleme oder Atemwegsprobleme auf, wendet euch umgehend an die Ärzte und meldet es an die zuständige Berufsgenossenschaft. Man hat dadurch nur Vorteile.

Aktuell habe ich über meine neue Hautärztin, eine erneute Meldung an die BGW geben lassen. Ich hoffe, daß ich auch diesmal wieder mit UNterstützung von dort rechnen kann.

Können Asthmatiker Sport treiben?

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Schwimmen und Sport bei Asthma

Ich kenne viele Kinder mit Asthma die vom Sport befreit sind. Ich persönlich halte da gar nichts davon. Wie ich ein Schulkind war konnte ich oft am Schulsport nicht teilnehmen. Ich konnte nie die zwei Runden um den Sportplatz laufen und war nie so schnell wie die anderen. Das hatte zur Folge das ich immer die Letzte war die gewählt wurde, wenn es darum ging Mannschaften zu bestimmen. Aber in einer Sache konnte mir keiner etwas vormachen und das war im Schwimmen.

Mein Lungenfacharzt hatte meinen Eltern gesagt, gehen sie mit dem Kind schwimmen. 1976 habe ich im TSV Schleswig angfangen. Ich wurde Leistungsschwimmerin und war fast jeden Tag in der Schwimmhalle in Schleswig. Da war ich nicht die“ Kranke“, da war ich Frauke. Meine Trainer wußten alle Bescheid und auch meine Schwimmkollegen. Jeder wußte wo meine Tasche war und wo meine Sprays zu finden sind.

Nur wenn es um Wettkämpfe ging, mußte meine Mutter mit. Sie dachte sich: oh nein in der Halle sitzen und nur warten? Nee, das war nicht ihr Ding. Viel zu Langweilig. So wurde sie kurzerhand zur Kampfrichterin. Das fand ich immer doof, weil Muttern dabei war. Aber es half nichts. Im Schwimmen war ich gut, wurde Kreismeisterin und Vereinsmeisterin und habe viele Wettkämpfe mitgeschwommen.

Nun brauchte man  wenn man in einem Verein mitmacht und auch an Wettkämpfen teilnimmt eine Bescheinigung vom Sportarzt. Das erwies sich immer als schwierig, da die Sportärzte mir damals keine Bescheinigung ausstellen wollten. Aber ich hatte ja den tollen Dr. J. Der stellte die wichtige Bescheinigung aus und ich konnte weiter schwimmen.

Meine Schwimmzeit war eine tolle Zeit, die mich zudem gemacht hat was ich heute bin. Noch heute gehe ich regelmäßig schwimmen. Denn da habe ich am wenigsten Probleme. Vorher einmal prophylaktisch inhalieren und los gehts. So kann man jede Sportart machen. Man muß halt auf die Atmung achten und sein eigenes Tempo machen. Man denke nur an die Schwimmerin Sandra Völker, die trotz ihres Asthmas sehr erfolgreich war und sogar bei Olympischen Spielen gestartet ist.

Sehr viel Spaß habe ich besonders beim Langstreckenschwimmen, wie z.B. dem alljährlichen Müritzschwimmen. Das ist zwar anstrengend, aber man fühlt sich danach richtig toll.  Leider ist die Datenbank der Schwimmergebnisse aus den letzten Jahren nicht verfügbar, sonst könntet ihr meine Zeiten dort einsehen. Ich habe für die knapp 2 Kilometer lange Strecke immer so zwischen 46 und 50 Minuten benötigt.

Wichtig dabei ist :KEIN WASSER SCHLUCKEN! Da kann man schnell eine Lungenentzündung bekommen und die ist für einen Asthmatiker nicht wirklich von Vorteil.

Also Mütter und Väter schickt eure Kinder schwimmen. Glücklicherweise ist mein Sohn gesund, Er zeigt keinerlei Anzeichen für Asthma oder Allergien. Trotzallem geht er regelmäßig zum Schwimmen. Er will zwar kein Leistungsschwimmer werden, aber sein Wunsch ist Rettungsschwimmer zu werden. Er ist auf dem besten Weg dahin. Mittlerweile ist er beim DLRG SChleswig und macht seinen Juniorretter.

Stillen mit Allergien und Asthma

Für mich war es keine Frage, als mein Sohn auf die Welt kam: ich wollte stillen und nichts zu Füttern, trotz Allergien, Asthma und Neurodermitis bzw. gerade deswegen!

Das habe ich vom ersten Tag auch durchgezogen. Im Krankenhaus war es zuerst ein ganz schöner Kampf es durchzustehen und es durchzuziehen. In der Klinik machten sie einen ganz schönen Zirkus, weil mein Sohn nicht viel getrunken hat. Er wurde vorm Stillen gewogen und nach dem Stillen. Er nahm nicht zu. Irgendwann war es der einen Schwester zu wenig und sie meinte, nun müsse er mal Traubenzuckerlösung dazu bekommen. Als neue Mutter war ich nun schon ziemlich unsicher in all den neuen Dingen und stimmte zu.

Dann passierte etwas: sie gab meinem Sohn die Lösung und er fand das nun mal gar nicht gut und spuckte ihr den ganzen Kram über von oben bis unten übern den Kittel. Das Ergebnis: ich hatte Ruhe. Ich konnte meinem Sohn in aller Ruhe beibringen die Brust zu nehmen. Es kam keiner mehr auf die Idee, ihm was dazu zugeben. 🙂

Zu Hause hatte ich dann noch mehr Ruhe und Zeit. Keiner mischte sich mehr ein. Ich legte mir meine Zeiten zum Stillen fest. Mein Sohn schlief nach 6 Wochen das erste mal durch. Wir haben das auch fünfeinhalb Monate durchgezogen und mein Sohn schlief fast immer nachts schön durch.

Nach dieser Zeit hatte ich eines abends furchtbare Zahnschmerzen und wusste, daß der kleine Mann die nächsten 6 Stunden schläft. Also nahm ich eine Paracetamol Tablette. Leider war genau das in dieser Situation mein Fehler. Es dauerte kaum 20 Minuten als ich merkte, wie mein Mund dick wurde und so langsam alles taub wurde. Ich bin darauf zu meinem Mann. Zunächst rief er bei meinen Eltern an, die mich sehr genau kennen und daraufhin im Anschluß den diensthabenden Landarzt. Dieser, zum Glück war es mein Hausarzt, kannte natürlich meine Krankenate und meine Situation. Er war genauso schnell da wie mein Vater, der Unterschied war mein Vater wohnte 1km weit weg ,mein Hausarzt 8 km. Der Doktor spritze mir das lebensrettende Cortison und ein Antihistaminikum. Problematisch: Mit dieser Medikamenten-Kombination durfte ich nicht mehr stillen!

Für den nächsten morgen hatten wir vorgesorgt und noch eingefrorene Muttermilch. Zusätzlich hatte ich auch schon Hyperallergene Babynahrung gekauft. Die ganze Situation war sehr dramatisch. Das Kind kannte ja nur Mutterns warme Brust. Diesen Gummipropfen fand er gar nicht gut und machte folglich ordentlich Terror. Ich wünsche so eine Situation wirklich niemandem. Das waren wahnsinng besorgniserregende, harte drei Tage, aber wir haben alles überstanden. Der Hunger unsere kleinen Zwerges, war schließlich irgendwann größer als die Abneigung gegen die Flasche. Nach den drei Tagen konnte ich dann aber wieder stillen, da bis dahin das Medikament abgebaut war.

Ich glaube, dass ich doch solange gestillt habe – etwas über ein halbes Jahr – ist ein wesentlicher Grund dafür, dass mein Kind gesund ist. Er hat keine Allergien und zeigt auch sonst keine Auffälligkeiten in Richtung Neurodermitis oder Asthma – und das ist gut so!