Positiver Bescheid von der BGW

Ich habe heute Post bekommen und mich sehr gefreut.

Die Post war von der BGW. Sie enthielt eine Behandlungszusage für die Probleme meiner Haut an den Händen. Das bedeutet für mich, dass ich keine Praxis- und Rezeptgebühren mehr bezahlen muß. Auch mein Arbeitgeber wird mir weiterhin alle Dinge für meine Haut-/Handpflege besorgen und zur Verfügung stellen.

Der Behandlungsvertrag ist immer auf ein halbes Jahr befristet und ich muß alle 4 Wochen zur Kontrolle zu meiner Dermatologin. Ich freu mich unendlich über diesen positiven Bescheid. Zum einen werden natürlich die entstehenden Kosten übernommen, zum anderen Bedutet dies jedoch für mich auch eine wesentliche Bessere Versorgung und Unterstützung.

Der Tag der Hände – Handpflege nach Plan

Muitas MãosCreative Commons License photo credit: Diego Dalmaso

Hände sind unser Kapital

In manchen Krankenhäusern gibt es den Tag der Hände. Bei uns im Haus findet er regelmässig statt. Ich finde das ist eine tolle Idee. Unsere Hände sind unser Kapital. Sie sind in der Pflege und nicht nur in der Pflege, wichtig. Wir alle schauen auf die Hände von unserem Gegenüber, ob sie gepflegt sind, ob die Fingernägel angeknabbert sind, ob die Nägel gemacht sind u.s.w. Hände sagen viel über den Menschen aus. Auch Krankheiten kann man an den Händen erkennen. Man kann unter andere auch an den Händen erkennen, ob jemand raucht.

Ich bin der Meinung unsere Hände sind wichtig. Im Krankenhaus werden die Hände stark belastet und die Haut wird stark angegriffen. Daher muß vor allem Pflegepersonal seine Hände pflegen. Ich habe einen speziellen Pflegeplan bekommen als meine Hände sehr stark angegriffen waren und nach diesem Plan richte ich mich heute noch. Auf meinem Hautschutzpflegeplan wird mir empfohlen welche Einmalhandschuhe ich tragen soll, welche Hautschutzmaßnahme ich treffen sollte, welches Desinfektionsmittel und welche Seife ich nehmen kann und wie ich meine Hände pflege muß. Auf so einem Hautschutzplan steht was, wann, wie, womit die Hände gepflegt werden.

Ich habe einen speziellen Plan, der von der BGW zusammengestellt wurde, da ich an so vielen Allergien leide. Zum Hautschutz nehme ich Exipial Protect Creme. Als Handschuh bei der Arbeit trage ich Vinylhandschuhe. Bei längeren Tätigkeiten ziehe ich noch Baumwollhandschuhe unter die Vinylhandschuhe, damit es nicht so unter dem Vinyl schwitzt. Zur Händedesinfektion nehme ich Sterillium Pure und zum Hände waschen nehme ich Baktolan Pure. Da die Pflege nach dem Waschen das wichtigste ist, benutze ich dann Tannolact Fettsalbe. Die Händedesinfektion ist das Wichtigste. Waschen sollte man die Hände nicht zu oft, denn das Wasser reizt die Haut am meisten.

In jedem Krankenhaus oder in jeder Praxis sollte es eine Hautschutzplan geben. Dieser Plan ist wichtig und hilft euch sehr. Denkt dran nichts ist so wichtig, wie die Hände! Wenn die Hände kaputt sind, kann man kaum noch etwas schönes Unternehmen. Man kann z.B sein Kind nicht richtig an die Hand nehmen, weil die Hände schmerzen. Ich selbst habe meinen Sohn ganz lange nicht an die Hand nehmen können, weil die Stellen offen waren und immer genässt haben.

Im Jahr 2005 wurde ich daraufhin akut in die Asklepiosklinik Sylt eingewiesen. Die schnelle und professionelle Hilfe dort war der Wahnsinn! Für mich war dort das Schönste, dass mein Sohn mich an die Hand nahm und glücklich sagte: „Mama, toll ich kann dich endlich an die Hand nehmen“ und er strahlte mich an. Auf Sylt habe ich dann gelernt, wie ich trotz meiner Allergien meine Hände pflegen kann.  Trotz der Handpflege, des Einsatzes der oben genannten Cremes und Hilfen, schaffe ich es nicht, meine Hände so gut hinzubekommen, wie auf Sylt. Ich habe auch jetzt oft kaputte Finger und offenen Stellen an den Händen, aber ohne meine stetige Pflege wär es sicher noch viel schlimmer.

Ihr seht es lohnt sich die Hände zu pflegen, vor allem, wenn man so wie ich an Neurodermitis und vielen weiteren Allergien leidet.

Berufswahl mit Allergien und Asthma

Für mich war schon sehr früh klar, was ich mal werden wollte. Ich bin schon als kleines Mädchen mit Schürze, Doktortasche, Stethoskop, Spritze und Haube um den Tannenbaum gerannt. Als mein Bruder Krankenpfleger wurde war mir dann vollends klar: Ich werde Krankenschwester. Seine Bücher waren auch mein Lesestoff.

Meine Mittlere Reife habe ich 1985 gemacht. Leider wollten mich die Krankenhäuser in Schleswig-Holstein nicht und so bin ich nach Bayern, eher gesagt nach Unterfranken in die Stadt Schweinfurt gegangen. Ich als norddeutsches Landei bin dann nach Schweinfurt ins St. Josefs Krankenhaus. Ein sehr katholisches Haus, aber es war eine spannende Zeit.

Die ersten zwei Jahre ging zunächst auch alles gut. Doch dann fingen meine Probleme das erste mal an: Meine Hände gingen kaputt ich hatte überall offene Stellen. Damals bekam ich von einem Doktor eine Homöpathische Salbe und das Problem war schnell behoben. Ich hatte dann lange Zeit Ruhe. Ich habe mein Examen gemacht und bin dann ganz schnell wieder in den hohen Norden zurückgekehrt. Seit 1989 bin ich jetzt in dem Haus beschäftigt in dem ich immer noch arbeite. Es handelt sich um ein großes Gesundheits- und Touristikzentrum an der Ostsee (ich verlinke an dieser Stelle einmal nicht). Meine Hände blieben heil.

Dann bin ich 1998 für ein Jahr im Erziehungsurlaub gewesen und danach wurde es sehr schlimm mit meinen Händen. Ich vermute das sich durch die Schwangerschaft und Geburt in meinem Körper sich irgendwas verändert hat. Auf der Station, wo ich dann gearbeitet habe, war zwar immer mal ein Finger kaput, aber  dann habe ich halt überwiegend die Büroarbeit gemacht.

Dann wurde irgendwann aufgrund von Reorganisations-Maßnahmen unsere Station geschlossen.  So landete ich auf einer OP-Station, wo viele OPs liefen und wir viel am Patienten arbeiteten. Meine Hände wurden wund und ich hatte offene Stellen. Die Fingernägel verschwanden oder brachen. Ich mochte niemandem mehr zur Begrüßung die Hand geben.

Irgendwann bekam ich einen Tipp: Mir gab man den Namen eines neuen Hautarztes. Nichts wie hin und er testete mich auf die Produkte die wir bei der täglichen Arbeit benutzen. Nach dem Test sagte mein neuer Hautarzt: „Oh man sie haben den falschen Beruf gewählt!“

Er meldete die Hauterkrankung an die BGW Hamburg. Die BGW übernahm ab sofort die Kosten für die Behandlung. Ich wurde von der BGW zu einer Schulung nach Berlin ins Schuberz geschickt. Die Schulung dauerte 2 Tage, die Kosten wurden komplett übernommen. Ich habe auf der Schulung unendlich viel gelernt, aber geholfen hat es leider nicht. Meine Hände heilten nicht ab. Es half alles nicht, ich im Rahmen einer Akuteinweisung quasi von heute auf morgen in die Asklepios Klinik auf Sylt und wurde dort 3 Wochen behandelt.

Hochdosiertes Cortison auf die Hände für 3 Nächte. Und ein Wunder geschah meine Hände heilten ab. Ich bekam auch Bestrahlungen und Bäder. Es war toll. Es war ein neues Gefühl heile Hände zu haben. Seit dem hat der Spruch:“ etwas geht leicht von der Hand“ eine neue Bedeutung. Als meine Familie mich auf der Insel besuchen kam, konnte ich seit langer Zeit meine Sohn endlich wieder an die Hand nehmen! Mein Mann war erstaunt wie nie! Doch leider hielt es nicht sehr lange an, meine Hände sind immer wieder kaputt gegangen.

Mein Hautarzt hat leider irgendwann Deutschland verlassen und ist ausgewandert, WEGEN DER GESUNDHEITSREFORM. Ich kann nur jedem Allergiker und Asthmatiker dazu raten, sprecht mit euren behandelnden Ärzten über eure anstehende Berufswahl und lasst euch z.B. gegen Desinfektionsmittel testen. Es bringt keinen Spaß offene Hände zu haben und deswegen auch mal krankgeschrieben zu werden. Solltet ihr trotzdem den gewünschten Beruf erlernen und es treten dann doch Hautprobleme oder Atemwegsprobleme auf, wendet euch umgehend an die Ärzte und meldet es an die zuständige Berufsgenossenschaft. Man hat dadurch nur Vorteile.

Aktuell habe ich über meine neue Hautärztin, eine erneute Meldung an die BGW geben lassen. Ich hoffe, daß ich auch diesmal wieder mit UNterstützung von dort rechnen kann.