Schichtdienst, Streik und Freizeit

Schichtdienst, das bedeutet man geht arbeiten, wenn andere Menschen frei haben oder Feierabend. Oft sehen die anderen Menschen nur das man mal wieder frei hat, leider sieht niemand das man jedes zweite Wochenende Dienst hat. Schichtdienst ist schlecht bezahlt und absolut Beziehungs- und Familienfeindlich.

Schichtdienst bedeutet man geht an Feiertagen, am Wochenende arbeiten und oft auch nachts. In wenigen Berufen muss man einspringen, wenn jemand krank ist.  Plötzlich hat man nicht nur zwei Nächte sondern vier. Der Urlaub wird kurzer Hand gestrichen. Natürlich kann man auch Nein sagen, aber das tut man seinen Kollegen selten an, denn auch  auch die Kollegen sind schon am Limit ihrer Kraft.

Wenn ich dann lese, dass die Kirche den Sonntag als arbeitsfrei wünscht, frage ich mich, wie das wohl gehen soll. Klar muss man am Sonntag nicht unbedingt einkaufen gehen, aber wo bleibt da die Gerechtigkeit. Natürlich habe ich gewusst als ich den Beruf als Krankenschwester erlernt habe, dass ich am Wochenende arbeiten muss und auch an Feiertagen. Aber manchmal ist ein Punkt erreicht und da nervt es einfach. Bei mir ist er zu Zeit erreicht nach 26 Jahren im Schichtdienst.

Wenn ich Pech habe mit meinem Dienst kann es passieren, dass ich meinen Sohn 1,5 Tage nur schlafend antreffe. Wenn ich frei habe sitzt er in der Schule. Wenn ich zum Dienst gehe, ist er noch in der Schule, wenn ich dann nach dem Spätdienst nach Hause komme schläft er und wenn ich zum Frühdienst gehe, dann schläft er noch. Beim Nachtdienst trifft es dann meinen Mann: wenn ich nach Hause komme, geht er zur Arbeit und wenn er wiederkommt, fahre ich zum Dienst. Solche Schichten stellen eine Beziehung auf eine harte Probe und das geht nur, wenn man sich wirklich sehr gut versteht und liebt. Danke an meinen Mann und meinen Sohn, dass sie es schon so lange mitmachen!

Wenn ich jetzt sehe, dass die Bahnmitarbeiter streiken, kann ich sie gut verstehen und erkläre mich absolut solidarisch. Jeder der nicht im Schichtdienst arbeitet wird es nicht verstehen. Auch die Lokführer arbeiten nachts,  am Wochenende und auch an Feiertagen und auch sie werden schlecht bezahlt. Und bevor jetzt jemand meckert: die Bahnstreiks treffen uns auch persönlich. Ich kann auch die Müllabfuhr,  die Busfahrer und andere Berufe, die im öffentlichen Dienst arbeiten verstehen, wenn sie streiken. Natürlich geht es ihnen um eine bessere Bezahlung. So toll sind die Gehälter für diese Berufsgruppen nicht und sie müssen hart für ihr Geld arbeiten. Zudem arbeiten sie/wir zu Zeiten, an denen andere Menschen auf dem Sofa sitzen oder im Bett liegen und schlafen.

Denkt mal drüber nach. Und wenn ihr seht, dass ich „schon wieder“ frei habe, macht Euch bewusst, das meine Wochenende im Dienst auf Station stattfindet, oder zu Zeiten, an denen ihr eure Freizeit mit Familie oder Freunden genießt.

Eine Silvesterfete 1992/1993

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Nach meiner Lehrzeit im St. Josefs Krankenhaus in Schweinfurt bin ich wieder nach Schleswig zurückgezogen. In der Zeit von 1989 bis zu dem Tag, wo ich meinen Mann kennengelernt habe, habe ich ziemlich viel erlebt.

In meiner Jugend und Kindheit gab es für mich nur Schwimmen und Segeln. Nach meiner Lehrzeit habe ich auch wieder mit dem Schwimmen begonnen und dazu kam dann Standart und Lateintanz. Durch dies Sportarten hatte ich einen sehr großen Freundes- und Bekanntenkreis. Dazu kam auch, dass ich nach meiner Lehre eine eigene Wohnung hatte. zude habe ich ein ziemlich gutes Verhältnis zu meine Eltern. Wenn sie damals nicht zu Hause waren, hatte ich  immer ein Haus zur Verfügung. Von den Freunden von damals sind immer noch 3 meine besten Freunde, die ich nicht missen möchte. Diese drei sind Carsten und Regina aus Hamburg und meine Schulfreundin Gudrun.

Mit diesen Dreien und noch einem Kumpel wollte ich ein ganz ruhiges Silvester feiern. Wir hatten wieder das Haus von meinen Eltern zur Verfügung. Den ganzen Tag haben wir vorbereitet und dann abends lecker Raclette gemacht. Im Laufe des Abends tauchten dann viele meiner Freunde auf und die Bude wurde immer voller. Rummelpottläufer kamen und gingen und der Alkohol floss in Strömen. Diese Party verselbstständigte sich und es tauchten viele lustige Menschen auf.

Glaubt mir einfach! Wir hatten viel Spaß. Irgendwann riefen wildfremde Menschen an, sie hätten gehört das bei mir Fete sei. Ich habe immer nur gesagt kommt vorbei bringt was zu trinken mit. Irgendeiner meiner Freunde hatte bei RSH angerufen und gesagt hier sei eine Party. Ich hab davon aber erst viel später erfahren.

Wir haben die ganze Nacht fröhlich und friedlich gefeiert. Einige Schnapsleichen waren im Haus verteilt aber wir hatten riesig Spaß. Ich glaube zu manchen Zeitpunkten in dieser Nacht waren 40-50 Leute im Haus. Es war total stark.

Einige wenige Dinge sind in der Nacht passiert. Hinterm Haus war damals noch eine Hecke, ein Knaller flog und brannte munter ab, aber explodierte nicht. Plötzlich brannte ein Teil des Zaunes, die Jungs nicht ganz doof, haben den Brand ausgepinkelt. Zwei Kristallgläser wurden auf ein gefrorenes Autodach gestellt und rutschen langsam zu Boden, sie zerbrachen in 1000 Teile. Carsten hatte ein furchtbar schlechtes Gewissen und kaufte meiner Mama später zwei Neue. Am schlimmsten war eigentlich der zerstörte Türrahmen des Badezimmers. Ich dachte der junge Mann der im Bad lag würde ersticken. Er hatte aber nur Liebeskummer. Die Tür wurde aufgebrochen und der Rahmen ging dabei zu Bruch. Wurde später flüchtig repariert und geklebt. Noch heute ist der Türrahmen geklebt. Diese Party ist auch heute noch immer Gespräch, wenn die alte Clique sich mal sieht oder wenn Carsten und ich in Erinnerung schwelgen. Noch heute lachen wir uns über diese Silvesternacht kaputt.

Am Neujahrsmorgen haben wir alle zusammen aufgeräumt und meine Eltern kamen am Mittag nach hause und alles war wieder ok. Mecker gab es nie. Hauptsache es war aufgräumt. Die Party wurde später zur Party des Jahres erklärt.

Creative Commons License photo credit: Brian J. McDermott