Neurodermitis als Jugendlicher

Rocky
Neurodermitis ist eine sehr gemeine Hautkrankheit! Vor allem dann,  wenn man jung ist und sich gerade verlieben will. Oft bricht aber gerade dann die Krankheit während der Pubertät so richtig aus. Bei mir war die Neurodermitis immer an den Ellenbeugen und Kniekehlen ausgebrochen. Die Stellen konnte ich ja noch gut verdecken, z.B. mit langarmigen Shirts. Wenn sie ganz schlimm war und das war sie oft, dann waren auch Hals, Ohren und die Augenlider befallen. Die Augenlider sind leider auch heute noch immer als erstes angegriffen und ich sehe aus als hätte ich was auf die Augen bekommen. Ich werde häufig gefragt, ob ich Haue von meinem Mann bekomme. Ich muß dann immer grinsen und verneine lächelnd.

Zurück zur Jugend. Es gab Zeiten da war fast alles am Körper kaputt, da mochten mich die Jungs nicht mal ansehen, geschweige denn anfassen. Einen Hautarzt hatte ich schon, aber der wollte nur gleich Cortisonsalbe verschreiben. Das wollten meine Eltern jedoch nicht so gerne und so lief ich wie ein Streuselkuchen rum. Irgendwann habe ich dann soviel Selbstbewustsein entwickelt, dass die Jungs sich dann nicht mehr getraut haben mich anzusprechen. Das war also ein kleiner Teufelkreis.

Als Jugendlicher war es schon schlimm und auch häufig sehr gemein, aber wie mann sieht habe ich die Zeit auch überstanden. Sie hat mich zu dem selbstbewußten Menschen gemacht, der ich heute bin. Ich kann sehr gut mit der Neurodermitis umgehen und auch mein Mann und mein Sohn haben keinerlei Berührungsängste. Gerade dies ist für einen Neurodermitiker sehr wichtig.

Eine sehr gute Hilfe sind für mich heute Bäder im Salzwasser. Die Salzwasserbäder lernte ich erst viel später kennen und die helfen mir jetzt richtig gut. Aber es war eine harte Zeit und wenn meine Neurodermitis blüht, fühle ich mich auch heute noch extrem schlecht. Die Neurodermitis bricht heute aber meist an den Kniekehlen aus und leider auch immer noch an den Augen. Manchmal sind auch die Ohrläppchen betroffen und reissen ein.

Jeden Tag freue ich mich darüber, dass mein Sohn bis jetzt verschont geblieben ist, er hat zum Glück keine Allergien, kein Asthma und keine Neurodermitis abbekommen. Jedesmal, wenn er sich kratzt oder juckt schaue ich mir die Stellen ganz genau an und freue mich wie eine Königin, wenn es nur ein Mückenstich ist.

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Gut für die Neurodermitis-Haut: Badesalz aus dem Toten Meer

Day 44b: Full Bath
Seitdem ich 2005 auf Sylt in der Rehaklinik war, bade ich regelmässig etwa 2-3 mal die Woche.

In der Asklepios-Klinik auf Sylt gehörte das Baden mit Badesalz des Toten Meeres zum Standard. Hier zu Hause nehme ich zum Baden immer Totes Meersalz und mische das Badewasser mit einem Öl.

Das Meersalz bekommt man in jedem guten Drogeriemarkt und auch manchmal sehr günstig beim blauweißen Feinkost-Discounter. Beim Öl suche ich mir immer mal eine andere Sorte aus. Am liebsten aber nehme ich Mandelöl. Das Mandelöl vertrage ich immer sehr gut. Da ich neben der Neurodermitis auch viele Hautallergien habe, achte ich beim Öl darauf, an wievielter Stelle das Parfum in der Zutatenliste auftaucht. Je nachdem an welcher Stelle eine Zutat steht, ist dies ein Indikator für die im Produkt verwendete Menge. Dies ist im übrigen auch bei Lebensmitteln der Fall und gesetzlich verankert.  Oft findet man auch Öle ohne künstliche Duftstoffe, welche man dann bevorzugen sollte.

Durch das regelmässige Baden habe ich wirklich deutlich weniger Probleme mit der Neurodermitis. Man sollte jedoch darauf achten, sich nach einem Bad noch einmal kurz abzuduschen und danach mit einer guten und passenden Lotion zu pflegen. Auch das Ausruhen nach einem Bad ist immer sehr wichtig, dies gibt der Haut Zeit zu entspannen und die Mineralien besser aufzunehmen.

Eine unangenehme Nebenwirkung ist leider, dass die Nebenkostenabrechnung wegen des höheren Wasserverbrauches entsprechend negativ ausfällt.

Mittlerweile gibt es auch ein Totes Meersalz Shampoo von der Firma Murnauer. Ich finde es sehr gut. Ein Neurodermitiker hat  meistens nämlich auch noch Probleme mit juckender Kopfhaut. Dieses Shampoo ist echt Klasse und hilft sehr gut. Nachteil hier ist, dass man gerade als Frau ohne blumig duftendes Haar auskommen muß. Aber da hier kein Parfüm im Shampoo ist und meine Kopfhaut so endlich Ruhe gibt, ist mir dies mittlerweile auch sehr recht. Hauptsache es juckt nicht mehr!

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Die richtige Ernährung bei Neurodermitis

Auf das Thema Ernährung bei Neurodermitis brachte mich ein Kommentar von radelduel und so mache ich daraus einfach einen Artikel.

Bei Neurodermitis gibt es keine Diät, die einem hilft das Hautbild zu verbessern. Es gibt nur Ernährungsempfehlungen. Viele Neurodermitiker haben ja auch viele Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die man natürlich beachten muß. Ich achte sehr auf, was ich esse und weiß durch die jahrelange Krankheit, welche Lebensmittel meiner Haut gut tun und welche ich meiden muß. Ich vertrage z.B überhaupt keine Zitrusfrüchte und Schalentiere. Denn nach dem Genuß dieser Produkte, fange ich total an „auf zu blühen.“

Während der Reha auf Sylt habe ich hypoallergene Kost gegessen. Das Problem an dieser Ernährung ist leider, dass man bei der Zubereitung auf Gewürze (Pfeffer) verzichtet und der Geschmacksträger das Fett ist. Da ich aber Übergewichtig bin, ist diese Form der Ernährung zwar gut für die Haut, aber nicht für die Figur. Mein Hautbild war da natürlich super, nur abgenommen habe ich dadurch nicht.

Bei hypoallergener Kost wird auf  Innereien, Schweinefleisch, fertige Aufschnittsorten, Eier, Krustentiere und  auf Fischfertiggerichte verzichtet. Viele Kräuter müssen gemieden werden. Auf Fertiggerichte verzichte ich auch, weil ich nie genau weiß, was da wirklich alles drin ist. Manche Gmüsesorten sind auch nicht so gut für Neurodermitiker geeignet. Beispielsweise Tomaten, Paprika, Pepperoni und Sellerie. Bei den Obstsorten ist es ähnlich: ich vertrage z.B. keine Zitrusfrüchte, frische Ananas und  Kirschen. Aber es ist bei jedem Neurodermitiker und Allergiker anders. Zusätzlich sollte man auf viele Süssigkeiten verzichten.

Es gibt also keine spezielle Diätempfehlung, wie gesagt, jeder Neurodermitiker und Allergiker, weiß was er verträgt und was er meiden soll.

Während der Schwangerschaft habe ich auf die oben aufgeführten Lebensmittel verzichtet und meinen Sohn ein halbes Jahr gestillt. Danach haben wir sehr langsam mit dem “ Zufüttern“ angefangen. Jede Woche kam ein neues Lebensmittel dazu. Nie waren es zwei auf einmal. Morgens die erste Mahlzeit war immer Muttermilch. Das habe ich das ganze erste Lebensjahr gemacht. Ansonsten haben wir hypoallergene Milch genommen. Ich weiß noch, dass das erste Lebensmittel die Birne war. Das war gar nicht so einfach in den ganzen Gläsern waren vor 10 Jahren noch andere Zusatzstoffe enthalten, also habe ich alles selbstgekocht. Dann kam die Kartoffel u.s.w. Die Zeit war total anstrengend, weil man immer genau geschaut hat wie die Haut vom Sohn aussah und wie er reagiert hat. Aber der Aufwand hat sich gelohnt  mittlerweile ist mein Sohn fast 11 Jahre alt  und er hat bis jetzt keine Allergien und keine Neurodermitits. Aber man kann es ja nie ausschliessen, ob noch welche Auftreten werden. Das eine Jahr war ich sehr unruhig und wir haben ihm Blutabnehmen lassen, um den IgE bestimmen lassen. Zu dem Zeitpunkt war alles ok.  Zum Glück!!