Privatpatient als Kind

Meine Eltern waren früher beide Lehrer.  Mein Vater an der Gehörlosenschule und meine Mutter an einer Sonderschule für Lernbehinderte. So war ich in der Folge dadurch ein Privatpatient. Aber dies hat mir als Kind rein gar nichts gebracht!

Ich mußte trotzdem beim Lungenfacharzt stundenlang warten. Oft bin ich nach der Schule in die Praxis gegangen und kam erst am Abends nach dem Abendbrotnach Hause. Blöd: ich musste da jeden Donnerstag hin, weil ich eben regelmäßig zur Kontrolle mußte.

Dennoch wares ein toller Doktor: Dr. J. aus Schleswig. Ich habe mich da immer gut aufgehoben und gut behandelt gefühlt. Nur wenn die Rezepte kamen, da wurde meiner Mutter immer schlecht. Die Rechnungen lagen dann immer bei ein paar hundert DM. Zwar bekamen meine Eltern das Geld immer wieder von der Kasse zurück, aber es musste ja erstmal ausgelegt werden. Ich erinnere mich noch an das erste Mal, wie meine Mutter mich noch zum Doc begleitet hat: ich bekam meinen ersten „Pari Boy“ und viele verschiedene zusammen gemixte Tinkturen zum Inhalieren.

Der Apotheker fragte meine Mutter, ob sie denn auch soviel Geld dabei hätte. Mama meinte nur Na klar 100 DM hat sie mit, doch der Apotheker meinte nur, das reiche nicht. Meine Mutter fragte, wieviel sie denn bräuchte und ging dann mit mir zur Bank.  Mit einer EC Karte zu zahlen, war damals in der Apotheke noch nicht möglich. Danach dann haben wir die Medizin abgeholt.

Meine Eltern hätten alles dafür gegeben, Hauptsache mir würde es besser gehen. Meine Mutter hat oft  nachts neben meinem Bett gesessen und gehofft das ich die Nacht überlebe.

Tja, nur  Privatpatient war ich sehr kurze Zeit. Die Kasse hats nicht mitgemacht hat. Ich war zu teuer.