Nur ein einziger kleiner Schritt

Da ist man fröhlich gestimmt, freut sich auf den Urlaub und denkt an nichts böses.  Aber ich fange einmal von vorn an:

Bereits am Freitag morgen habe ich angefangen den Wohnwagen für den Urlaub vorzubereiten. Sachen einpacken, Dinge regeln. Nachdem fast alles fertig war, stieg die Vorfreude immer mehr. Auch auf den Abend, denn meine Nachbarn hatten zu Zwiebelkuchen und Federweißen eingeladen.

Den ganzen Tag hab ich schon die Zwiebeln gerochen und auf das Abendessen gefreut. Tja und dann läuft man los, knickt um, fällt eine popelige Stufe runter und liegt danieder. Man kann nur noch schreien und weinen.

So ist es passiert. Echt doof. In dem Moment wird einem klar: das wird nichts mit dem Urlaub und es wird nichts mit einem Besuch im Legoland. Und überhaupt weiß man in dem Moment, dass etwas kaputt gegangen ist. Keine halbe Stunde später sitzt man in der Notaufnahme und ist plötzlich Patient.

Das habe ich mir so alles nicht vorgestellt. Statt einem schönen Urlaub liege ich nun untätig herum. Es ist schon ein paar Tage her, der Knöchel schwillt ganz langsam ab, aber was nun genau kaputt gegangen ist, weiß ich immer noch nicht. Das einzige was ich weiß, es ist nichts gebrochen. Verdacht auf OSG-Distorsion. Das schlimmste an der Sache ist eigentlich, dass man warten muss. Mein MRT-Termin ist erst in 3 Wochen. Danke liebe Gesundheitsreform, dass man als Kassenpatient so lange warten muss.

Blöd für meine Kollegen, falle ich nun für Wochen aus. Blöd für meine Familie, fällt nun nicht nur der Urlaub aus, Mann und Sohn müssen eingies im Haushalt neben Schule und Arbeit übernehmen. Blöd für mich selbst, kann ich mich nicht ohne weiteres bewegen und bin bei Schritt und Tritt auf Unterstützung angewiesen.

So lange man nicht weiß, was es genau ist darf, ich wohl nicht arbeiten.  Ich hoffe derzeit weiter darauf, dass ein anderer Patient seinen MRT-Termin absagt. Warum auch immer.  Schon Ätzend dieses tolle Gesundheitssystem. Als Privatpatient wäre ich vermutlich schon im MRT gewesen. Als Kassenpatient heißt es warten. Bei mir ist es „nur“ der Fuß, aber bei manch anderem Patienten hängt vielleicht das Leben an einer schnellen Untersuchung.  Danke, lieber Gesundheitsminister!

Fibromyalgie

lohela_munson_camp-07Heute schreibe ich mal nicht über Allergien oder Neurodermitis. Heute ist es mal ein anderes Krankheitsbild, das einem das Leben schwer machen kann. Es ist noch nicht so richtig erforscht und wird oft nur belächelt.

Fibromyalgie oder auch FMS abgekürzt ist eine Krankheit, bei der der Patient chronische Schmerzen hat. Der Patient klagt sehr über Muskelschmerzen. Zusätzlich kommen noch viele Symptome dazu. Häufig klagen die Patienten über Müdigkeit, über mangelnde Kraft, das tägliche Leben zu schaffen. Es kommen unendlich viele Symptome dazu, die ich hier nicht alle aufzählen kann. Bei mir ist es die unendliche Müdigkeit,chronisch Archillodynie (Archillessehnenentzündung), Kopfschmerzen und die Muskelschmerzen, vorallem an den Muskelansätzen. Es gibt Tage da darf z.B. keiner meine Waden anfassen, da ich das dann kaum ertrage.

Die Diagnose ist schwer zu stellen, da man auf  keinen Röntgenbildern oder im Labor etwas erkennen kann. Es gibt die Tender Points 18 (Druckpunkte)  und ab 11 Tender Points spricht man dann von dem V.a. FMS /Verdacht auf FMS). Aber stellt euch einfach mal vor ihr habt 11 Punkte am Körper, die euch weh tun und keiner glaubt euch. Bei 18 Punkten mag man schon gar nicht mehr leben. Du wirst als Psycho abgestempelt.

Bis zur festen Diagnose vergehen häufig viele Jahre. Bei mir hat es 2003 angefangen und jetzt ist die Diagnose zum ersten mal aufgeschrieben worden. Ich habe mich an diesem Tag über die Diagnose gefreut. Aber wie schlimm ist es bitteschön, wenn man sich über eine Diagnose freut. Da muß es einem schon oft ziemlich schlecht gegangen sein…

Diese Diagnose hat für mich den Vorteil, das ich jetzt nicht mehr beim Doktor um Krankengymnastik betteln muß, sondern dass ich jeder Zeit ein Rezept bekomme.

Ich helfe mir immer bei Schmerzen mit meinem Körnerkissen, gehe in die Sauna, ins Solarium und zu meiner lieben Krankengymnastin. Sie begleitet mich schon sehr lange und mittlerweile meine beste Freundin geworden ist. Sie ist auch mal am Wochenende für mich da , wenn es gar nicht mehr geht.

Im Fitness Studio haben sie mein Programm umgestellt, da man bei FMS nicht soviel an Gewichten nehmen soll. Man sollte dann lieber häufigere Wiederholungen machen. Wenn es dennoch nicht mehr geht, nehme ich auch mal Schmerzmittel, um aus dem Schmerzkreis rauszukommen.
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