20 Jahre Examen

Dieses Jahr haben wir ja schon viele Sachen gefeiert. Eine tolle goldene Hochzeit und eine tolle Hochzeit. Leider sind auch traurige Dinge passiert.

Jetzt ist für mich ein besondere Zeit: Vor 20 Jahren habe ich mein Examen gemacht. In der Pflege arbeite ich seit 1985. Erst habe ich ein Praktikum in einem Taubstummen- und Gehörlosenheim gemacht. Da habe ich schon sehr viel gelernt. Vorallem für mich; vom Kochen übers Bügeln zum Putzen. Dann bin ich noch für kurze Zeit auf einem Bauernhof tätig gewesen und war schließlich noch in den USA.

1986 habe ich dann meine Lehre angefangen, ich habe in Schweinfurt bis 1989 in einem katholischen Haus gelernt. Da habe ich am 20.09.1989 mein Examen gemacht.

Es war hart in Schweinfurt, aber auch sehr schön. Besonders verdammt hart ist es, als 19jähriges Mädchen 650km von zu Hause weg zu sein. Ich hatte furchtbares Heimweh.

Vorallem die Nonnen habe mir, als evangelisch erzogenes Mädchen, das Leben schwer gemacht. Es fing schon an, wenn ich nach meinem Namen gefragt wurde. Ich heisse ja Frauke ein typisch nordischer Name, den da unten keine von den Nonnen kannte. Ich wurde jedes mal angeschrien, wir wollen deinen Vornamen wissen, nicht deinen Nachnamen. Da stand ich dann da und kam mir ganz fürchterlich unverstanden vor. Meistens kam danach die Frage nach meinem Nachnamen, damals hieß ich noch Thomsen. Da kamen dann die nächsten dummen Fragen. War nicht so einfach, aber ich habe dadurch an Stärke und Selbstbewusstsein gewonnen. Zusätzlich hat damals niemand geglaubt, dass ich meine Lehre schaffen, aber ich habe allen getrotzt.

In der Lehrzeit habe ich viel erlebt. Wir, als Klasse haben einiges unternommen. Wir waren auf Studienfahrten in München, waren  auf dem Ciciams Kongress und auch nach Oberginsbach haben wir unsere Studienfahrt gemacht. In Salzburg waren wir zu einer Tagung. Da habe ich das erste Mal die richtige Berge gesehen, was für meine Kollegen nun etwas Besonderes war, weil der olle Fischkopp sich so über das Panorama freute.Viele Krankenhäuser haben wir besichtigt. In sehr guter Erinnerung ist mir das Verbrennungszentrum in Bogenhausen geblieben.

Viele liebe Menschen habe ich kennengelernt und mit einigen bin ich heute noch befreundet.

Am 24.Oktober dieses Jahres treffen wir uns alle zum Feiern in Schweinfurt. Darauf freu ich mich schon sehr und ganz besonders auf die Mädels.