Z.Zt behindert – Internationaler Tag der Behinderten

Bei meinem Unfall im Oktober habe ich mir 3 Außenbänder und 1 Innenband gerissen. Seitdem laufe ich mit Unterarmgehstützen herum. Autofahren ist mir unmöglich und so bin auf alle möglichen Menschen angewiesen. Das nervt. Für jemanden der sonst alles allein macht, ist das furchtbar anstrengend. Wenn man so durch die Gegend läuft stellt man fest, wie unhöflich viele Menschen einem Behinderten gegenüber sind. Ich finde dies einfach entsetzlich traurig.

Das erste Mal fiel es mir in Schleswig in einem Drogeriemarkt auf. Ich stand an der Seite und schaute mir die Waren im Regal an. Innerhalb kürzester Zeit sind mir 2 Leute in die Hacken getreten. Ich dachte das sei ein Versehen, aber es ging so weiter.

Vor ein paar Tagen war es besonders schlimm: mein Vater hatte mich abgeholt, damit wir einkaufen konnten. Wir sind ein ein großes Warenhaus gegangen. Da ich mit meinem Kram im Arm manchmal warten musste, bis mein Vater mit dem Einkaufswagen vorbei kam, habe ich da halt herum gestanden, auf die  Unterarmgehstützen aufgestützt. Häufig kamen dann solche Sprüche wie gehen sie doch mal schneller, machen sie mal Platz, lassen sie mich mal durch. Im übrigen war neben mir ja noch genügend Platz um vorbei zu kommen, da ich ja nun mal nicht Mitten im Gang rumstehe. Als wir mit dem Einkauf fertig waren, war ich schon ziemlich gereizt und sauer.

Aber der Tag war ja noch nicht vorbei. Vor der Apotheke stehend stellte ich fest,  dass die Türen nicht automatisch aufgehen, sondern dass man sie mit der Hand öffnen muss. Dummerweise kam auch niemand, um die Tür aufzuhalten. Beim Rausgehen konnte die Dame hinter dem Tresen plötzlich die Tür automatisch über einen Knopf öffnen. Warum nicht gleich beim Reingehen?

Zum Glück bin ich jung und bekomme das alles hin und habe dann auch immer einen passenden Spruch auf Lager. Aber jemand der richtig behindert ist oder gar alt und behindert, der ist echt aufgeschmissen.

Vielleicht kann jeder sich mal an die Nase fassen und beim nächsten Einkauf einer alten Dame Platz machen, oder jemanden die Tür aufhalten der mit Gehstützen läuft oder einem Rollstuhl unterwegs ist. Vielleicht sollte man einen Schwerbehindertenparkplatz nicht einfach zu parken, selbst wenn es nur Minuten dauert. Vielleicht sollte man auch mal für einen alten Menschen aufstehen und ihm den Platz anbieten.

Aber auch bauliche Situationen in meiner Stadt sind oft nicht behinderten freundlich. Das ist schon traurig. Solche Dinge fallen einem sonst nie so richtig auf. Erst, wenn man selbst betroffen ist. In Zukunft werde ich mit offenen Augen durch die Gegend laufen und dem einen oder anderen Menschen helfen.

Heute ist der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung:

Der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung (auch: Internationaler Tag der Behinderten) ist ein von den Vereinten Nationen ausgerufener Gedenktag, der das Bewusstsein der Öffentlichkeit für die Probleme von Menschen mit Behinderung wachhalten und den Einsatz für die Würde, Rechte und das Wohlergehen dieser Menschen fördern soll.

Wichtig ist, dass den Menschen im Bewusstsein ist und auch bleibt, dass es Menschen gibt, die eben nicht so können, wie Menschen die keine Behinderung haben. Zudem gibt es auch Behinderungen, die man gar nicht sieht. Dennoch fällt es diesen Menschen schwer, sich in unserer Welt zurechtzufinden. Denkt nicht nur an die gehbehinderten Menschen, sondern auch an solche, die blind, taub (oder gar beides -wie schrecklich, wir kennen einen solchen älteren Herren), oder unter einer anderen schweren Krankheit leiden.

Nur ein einziger kleiner Schritt

Da ist man fröhlich gestimmt, freut sich auf den Urlaub und denkt an nichts böses.  Aber ich fange einmal von vorn an:

Bereits am Freitag morgen habe ich angefangen den Wohnwagen für den Urlaub vorzubereiten. Sachen einpacken, Dinge regeln. Nachdem fast alles fertig war, stieg die Vorfreude immer mehr. Auch auf den Abend, denn meine Nachbarn hatten zu Zwiebelkuchen und Federweißen eingeladen.

Den ganzen Tag hab ich schon die Zwiebeln gerochen und auf das Abendessen gefreut. Tja und dann läuft man los, knickt um, fällt eine popelige Stufe runter und liegt danieder. Man kann nur noch schreien und weinen.

So ist es passiert. Echt doof. In dem Moment wird einem klar: das wird nichts mit dem Urlaub und es wird nichts mit einem Besuch im Legoland. Und überhaupt weiß man in dem Moment, dass etwas kaputt gegangen ist. Keine halbe Stunde später sitzt man in der Notaufnahme und ist plötzlich Patient.

Das habe ich mir so alles nicht vorgestellt. Statt einem schönen Urlaub liege ich nun untätig herum. Es ist schon ein paar Tage her, der Knöchel schwillt ganz langsam ab, aber was nun genau kaputt gegangen ist, weiß ich immer noch nicht. Das einzige was ich weiß, es ist nichts gebrochen. Verdacht auf OSG-Distorsion. Das schlimmste an der Sache ist eigentlich, dass man warten muss. Mein MRT-Termin ist erst in 3 Wochen. Danke liebe Gesundheitsreform, dass man als Kassenpatient so lange warten muss.

Blöd für meine Kollegen, falle ich nun für Wochen aus. Blöd für meine Familie, fällt nun nicht nur der Urlaub aus, Mann und Sohn müssen eingies im Haushalt neben Schule und Arbeit übernehmen. Blöd für mich selbst, kann ich mich nicht ohne weiteres bewegen und bin bei Schritt und Tritt auf Unterstützung angewiesen.

So lange man nicht weiß, was es genau ist darf, ich wohl nicht arbeiten.  Ich hoffe derzeit weiter darauf, dass ein anderer Patient seinen MRT-Termin absagt. Warum auch immer.  Schon Ätzend dieses tolle Gesundheitssystem. Als Privatpatient wäre ich vermutlich schon im MRT gewesen. Als Kassenpatient heißt es warten. Bei mir ist es „nur“ der Fuß, aber bei manch anderem Patienten hängt vielleicht das Leben an einer schnellen Untersuchung.  Danke, lieber Gesundheitsminister!